Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Hitzewelle

Das verheerende Waldbrandfiasko an Europas Stränden

APA/AFP/ILYAS AKENGIN
  • Drucken

Von Türkei bis Süditalien müssen Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Es sind apokalyptische Szenen: Inmitten der Urlaubssaison wüten in der Türkei, Griechenland, Süditalien bis hin nach Spanien die Flammen, zerstören ganze Landstriche und vertreiben Einwohner sowie Touristen von ihren Häusern, Campingplätzen oder Hotels. Trockenheit, Wind, überdurchschnittlich hohe Temperaturen – aber auch kriminelle Brandlegung führen zu den verheerendsten Waldbränden seit Jahrzehnten, in vielen Gebieten sind sie außer Kontrolle.

Hier ein Überblick:

Türkei

Besonders stark betroffen ist seit Tagen die Türkei, wo starke Winde immer wieder die Flammen anfachen. Heftig wüten die Brände in der südlichen Mittelmeerregion: In der Gegend des populären Urlaubsorts Bodrum mussten ganze Dörfer und Viertel evakuiert und 540 Menschen per Boot in Sicherheit gebracht werden, weil die Straßen nicht mehr benutzbar waren. Touristen in und um Bodrum mussten ihre Hotels verlassen und wurden woanders untergebracht.


Auch im Urlaubsort Antalya wurden ganze Viertel evakuiert, ebenso in Mugla. Heftige Schäden verursachte das Feuer am Wochenende zudem in Manaygat und Marmaris.


Insgesamt kamen bei den mehr als 100 Bränden in der vergangenen Woche acht Menschen ums Leben, Hunderte wurden verletzt.
Die wirtschaftlichen Schäden der schlimmsten Brände seit gut einem Jahrzehnt sind immens: Seit Jahresbeginn wurden nach Behördenangaben fast 95.000 Hektar Fläche durch Brände zerstört. In den Jahren 2008 bis 2020 waren es im selben Zeitraum durchschnittlich nur rund 13.000 Hektar.


Hilfe für die Türkei kommt jetzt auch aus der Europäischen Union: Es würden zwei Löschflugzeuge aus Spanien und eines aus Kroatien zur Verfügung gestellt, hieß es am Sonntag aus Brüssel. Zuletzt schon hatten Russland, die Ukraine, der Iran und Aserbaidschan Einsatzkräfte zur Unterstützung geschickt.

Griechenland

Auch in Griechenland, das derzeit mit Rekordhitze und Temperaturen von bis zu 44 Grad zu kämpfen hat, drohen die Brände außer Kontrolle zu geraten: Das ganze Wochenende versuchte die Feuerwehr, die zahlreichen Feuer auf dem Peloponnes zu löschen. Fünf Dörfer in der Nähe der Stadt Patras mussten evakuiert werden. Auch aus dem kleinen Badeort Loggos wurden fast hundert Einwohner und Touristen in die nahegelegene Stadt Egio gebracht. Derweil meldeten die Einsatzkräfte den Ausbruch eines weiteren Waldbrands auf der Insel Rhodos, wo ebenfalls viele Touristen urlauben.

Italien

Seit Tagen wüten in Süditalien, das auch unter Rekordhitze leidet, die Flammen: Allein am Wochenende wurden mehr als 800 Brände gemeldet. Einige Autobahnstrecken mussten geschlossen werden, weil die Flammen die Fahrbahn fast erreicht hatten, viele Züge in Richtung Süditalien hatten Verspätung oder fielen aus.


Besonders betroffen ist Sizilien, wo bis zu 300 Brände gemeldet wurden. Gegenden rund um beliebte Touristenstädte wie Catania, Palermo und Syrakus mussten evakuiert werden. Aber auch in anderen Gegenden Süditaliens, besonders in den Abruzzen, aber auch in Apulien, Kalabrien, Kampanien, der Region Molise sowie auf der Insel Sardinien kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen. Hinter dem Feuermeer stecken aber nicht nur Trockenheit und Hitze: Vermutet wird, dass mafiöse Banden die Feuer zünden, oft aus bauspekulativen Gründen.


Da alle Canadair-Flugzeuge des Zivilschutzes bei Löscharbeiten im Einsatz sind, bat Italien um die Hilfe anderer EU-Länder.

Spanien

In Spanien kämpfte die Feuerwehr am Wochenende ebenfalls gegen einen Brand in der Nähe des rund 70 Kilometer östlich von Madrid gelegenen Stausees San Juan. Behörden riefen die Bevölkerung auf, sich von der beliebten Badestätte fernzuhalten. (APA, Reuters, red.)