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Leitartikel

Unsere Gesellschaft ist ein Wald und kein Bergwerk

Die Presse (Clemens Fabry)
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Dass mittlerweile jeder zweite Flüchtling hierzulande einer Arbeit nachgeht, zeugt von der Anpassungsfähigkeit der Neuankömmlinge – und Österreichs.

Ist das Glas nun halb voll oder halb leer? Diese die Welt in Optimisten und Pessimisten einteilende Frage kommt einem angesichts der jüngsten Nachrichten vom österreichischen Arbeitsmarkt in den Sinn. Wie das Arbeitsmarktservice ermittelt hat, geht mittlerweile jeder zweite anerkannte Flüchtling, der hierzulande seit 2015 einen Antrag auf Asyl gestellt hat und beim AMS gemeldet war, einer geordneten Beschäftigung nach.

Sonnige Gemüter können dieser Zahl mindestens zwei positive Aspekte abgewinnen. So haben sich erstens die schrillen Warnungen vor dem unaufhaltsamen Untergang des abendländischen Wohlfahrtsstaats nicht erfüllt, weil die Neuankömmlinge eben keine keulenschwingenden Troglodyten waren, sondern Menschen wie du und ich – mit unterschiedlichen Bildungslaufbahnen, Erwerbsbiografien, Stärken und Schwächen. Und zweitens ist die österreichische Erfahrung kein Einzelfall, sondern sie wiederholt sich. Auch in Deutschland fanden gemäß einer Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) 50 Prozent jener, die mit der großen Flüchtlingswelle 2015/2016 nach Europa gekommen sind, in der Zwischenzeit eine Beschäftigung.