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Replik

Klima: Aufbruch statt Pessimismus

Hans-Werner Sinns alte These vom grünen Paradoxon bleibt graue Theorie, wenn man sich mit unserer Gegenwart beschäftigt.

Gastkommentare und Beiträge von externen Autoren müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.

In einem Gastkommentar in der „Presse“ vom 28. Juli malt Hans-Werner Sinn wieder einmal schwarz. Die europäische Klimapolitik werde den „Lebensstandard der Europäer beeinträchtigen“ und die Industrie mit „zentralplanerischer Steuerung“ wettbewerbsunfähig machen. Abseits der gesetzten Reizwörter für staatsskeptische Fans, ist etwas dran an den Behauptungen?
Sinn bemüht eine alte These des grünen Paradoxons. Verbrenne ein klimafreundliches Europa weniger Öl und senke den Weltmarktpreis, täten es andere Länder umso mehr. Schlimmer noch, die Aussicht auf niedrigere Preise könne die ölproduzierenden Länder dazu verleiten, ihre Ressourcen schneller auszubeuten und den Klimawandel anzuheizen. Diese These ist auffallend pessimistisch: Sie stimmt nur, wenn sich China, Indien und die USA in den kommenden Jahrzehnten der Klimapolitik dauerhaft verweigern und alle Ölreserven aufbrauchen.