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"Klima der Angst"

Untersuchungsbericht: New Yorks Gouverneur Cuomo hat Frauen sexuell belästigt

Andrew Cuomo sieht sich mit mehreren Vorwürfen konfrontiert.
Andrew Cuomo sieht sich mit mehreren Vorwürfen konfrontiert.REUTERS
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Die Staatsanwältin ortet ein "sehr verstörendes, aber klares Bild“. Der Gouverneur, der sich mit einem harten Coronakurs profilierte, beteuert seine Unschuld. Doch nun gibt es auch Rücktrittsaufforderungen aus der eigenen Partei.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat einer Untersuchung der Generalstaatsanwältin Letitia James zufolge während seiner Amtszeit mehrere Frauen sexuell belästigt. Unter anderem habe es ungewollte Berührungen, Küsse, Umarmung und unangebrachte Kommentare gegeben, teilte James am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit. Außerdem habe Cuomo eine für Frauen "feindliche Arbeitsatmosphäre" und ein "Klima der Angst" geschaffen. Cuomo weist die Anschuldigungen weiter zurück.

Für die Untersuchung seien mit 179 Zeugen gesprochen und rund 7.400 Beweismaterialien gesichtet worden, hieß es in dem Bericht der Generalstaatsanwältin. Daraus sei "ein sehr verstörendes, aber klares Bild" entstanden. Zuvor hatten mehrere Frauen Cuomo sexuelle Belästigungen vorgeworfen; es gab Rücktrittsforderungen auch aus der eigenen Demokratischen Partei. Der 63 Jahre alte Cuomo hatte sich für mögliche "Fehlinterpretationen" seines Verhaltens entschuldigt, aber alle Vorwürfe zurückgewiesen und einen Rücktritt mehrfach entschieden abgelehnt. New Yorks Generalstaatsanwältin James hatte daraufhin eine Untersuchung eingeleitet. Cuomo, der zwischenzeitlich als ein Hoffnungsträger der Demokratischen Partei galt und sich in der Corona-Pandemie als Gegenentwurf zum damaligen republikanischen Präsidenten Donald Trump inszeniert hatte, hatte zugesagt, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten.

Cuomo: „Das entspricht einfach nicht dem, der ich bin"

"Ich will, dass Sie direkt von mir hören, dass ich niemals jemanden unangemessen berührt oder mich jemandem unangemessen genähert habe", beteuerte Cuomo am Dienstag per Videobotschaft. "Das entspricht einfach nicht dem, der ich bin, oder der ich jemals war.“ 

Einen möglichen Rücktritt, den auch Parteigenossen immer wieder gefordert hatten, thematisierte Cuomo in der Videobotschaft nicht. Genau den forderte kurz darauf aber der Mehrheitsführer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer: "Die Menschen in New York verdienen eine bessere Führung", erklärte Schumer mit Senatorin Kirsten Gillibrand. Beide vertreten den Bundesstaat New York im US-Senat. Die Untersuchung gegen Cuomo sei "gründlich und professionell" gewesen und habe die Vorwürfe belegt. "Kein Politiker steht über dem Gesetz", hieß es. Die Senatoren seien daher weiter der Meinung, dass Cuomo zurücktreten müsse. Sein Handeln sei "tief verstörend, unangemessen und komplett inakzeptabel" gewesen, erklärten Schumer und Gillibrand.

Gegen Cuomo laufen derzeit gleich mehrere Untersuchungen: Ihm wird außerdem vorgeworfen, dass er andere Politiker unter Druck gesetzt haben soll, seiner Familie zu Beginn der Pandemie schnelleren Zugang zu den damals begrenzt verfügbaren Covid-19-Tests besorgt haben und die Zahlen der nach einer Corona-Infektion gestorbenen Menschen in Alten- und Pflegeheimen geschönt haben. Cuomo weist auch diese die Vorwürfe zurück.

(APA/dpa)