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Bildung

Faßmanns Plan für den Herbst: "Flächige Schulschließungen will in der Regierung keiner mehr"

Bildungsminister Heinz Faßmann legte den Fahrplan für die Schulen im Herbst vor.
Bildungsminister Heinz Faßmann legte den Fahrplan für die Schulen im Herbst vor.(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
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Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) präsentiert seinen Vierpunkteplan für den Herbst. Die Kläranlagen werden über die Sicherheitsmaßnahmen in den Schulen entscheiden.

Die Ferien dauern zwar noch viereinhalb bzw. fünfeinhalb Wochen. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) legte aber schon heute, Mittwoch, den Fahrplan für die Schulen im Herbst vor. Einen eklatanten Unterschied gebe es, wie Faßmann sagt, dabei im Vergleich zum Vorjahr: „Ich sehe ein erklärtes politisches Ziel: Der Präsenzunterricht soll in allen Schulstufen und Schultypen kontinuierlich stattfinden. Flächige Schulschließungen und auch den Schichtbetrieb will in der Regierung keiner mehr - weder der Kanzler noch der Vizekanzler noch der Gesundheitsminister und ich am wenigsten."

Gelingen soll das mit einem Vierpunkteprogramm. Es besteht aus den Punkten „Impfen, Testen, Luftreiniger und einem Frühwarnsystem“. Mit Letzterem will sich der Minister einen zeitlichen Vorsprung von einer Woche verschaffen. Dabei soll, wie die „Presse“ bereits berichtete, eine Analyse des Abwassers helfen. „Wir müssen nicht immer und überall testen. Das wäre eine Verschwendung von Ressourcen. Aber wir müssen testen, wenn ein Risiko gegeben ist“, sagt Faßmann. Ablesen will man die Virusbelastung im Abwasser. Konkret in 116 Kläranlagen. Damit erreiche man, wie der Minister verspricht, 75 Prozent der Schülerpopulation. Dort, wo die Virusbelastung hoch ist, werden die Sicherheitsvorkehrungen in den Schulen strengere. Wie genau das aussieht, ließ der Minister allerdings noch offen.

Zusätzlich soll es rund 300 sogenannte „Wächterschulen“ geben. An diesen kommen häufig PCR-Tests zum Einsatz. Diese Schulen sollen bei einer erhöhten Verbreitung des Virus „Alarm schlagen“.

In den Schulen wird gespült und nicht gegurgelt

Das Testen soll in den Schulen ein zentrales Instrument bleiben. In den ersten zwei Wochen wird es in den Schulen eine Sicherheitsphase geben. In diesen wird intensiv getestet (auch die geimpften Schüler). Es gilt auch eine Maskenpflicht in den Schulen. Am Sitzplatz darf der Mund-Nasen-Schutz allerdings abgenommen werden. Unklar ist, was nach den beiden Wochen passiert: „Das muss ich noch ein bisschen offen lassen“, sagte Faßmann.

Man will im Herbst „von flächigen und zeitlich unbegrenzten Maßnahmen hin zu zeitlich und räumlich differenzierten Maßnahmen“. Bisher wurde in den Schulen drei Mal wöchentlich mittels Antigentest getestet. Fix soll das nun nur noch in den ersten beiden Schulwochen, der sogenannten Sicherheitsphase, passieren. Dann wird das Vorgehen vom Frühwarnsystem abhängig sein. Welche Parameter hier ausschlaggebend sein werden, ist unklar. „Das ist eine extrem wichtige Frage - die ich heute noch nicht beantworte“, sagte der Bildungsminister auf Nachfrage. Das sei „unsere Hausaufgabe für den August“. Es sollen konkrete Grenz- und Schwellenwerte festgelegt werden.

Fix ist, dass es ein „qualitatives Upgrade“ der Tests geben wird. Mindestens einmal pro Woche (zumindest in den ersten beiden Wochen) verspricht der Minister einen PCR-Test. Dabei soll allerdings nicht gegurgelt werden. Die Kinder sollen in der Klasse bei geschlossenem Mund mit einer Lösung spülen. So würde man Aerosolbildung vermeiden. Alles spült statt alles gurgelt sozusagen. Ansonsten würde man sich „ein epidemiologisches Eigentor“ schießen. Man sei bei der Teststrategie „flexibel". Er sage das, wie Faßmann erklärte, mit Stolz: „Ein solches System suchen sie in Europa vergeblich."

Geimpfte werden bevorzugt

Grundsätzlich appelliert der Bildungsminister an die Impfbereitschaft in der Bevölkerung. „Das Impfen ist die beste Voraussetzung für einen stabilen Schulbetrieb.“ Es sehe derzeit „gar nicht so schlecht“ aus. 19 Prozent der Zwölf- bis 15-Jährigen hätten mindestens eine Impfdosis erhalten. Bei den 16- bis 19-Jährigen sind es 46 Prozent. Die Entwicklung werde weitergehen. „Wir legen noch zu.“ 30 Impfbusse werden noch im August diverse Sommerschulen ansteuern.

Die Geimpften sollen mehr Privilegien erhalten. Das kündigte der Minister in der Pressekonferenz ebenso an. So müssen sich Schüler, die immunisiert sind, nicht mehr testen lassen. Der Impfstatus werde im Ninja-Pass vermerkt.

Luftfilter sind „keine Dauerlösung"

Angekündigt hat der Minister auch den Einsatz von Luftfiltern. Allerdings nur in jenen Klassen, in denen die Fenster nicht geöffnet werden können. Der Bund subventioniert hier die Anschaffung. Dafür werden zehn Millionen Euro in die Hand genommen. Die Geräte seien aber „eine Notmaßnahme und keine Dauerlösung“. Bei Schulneubauten sollen künftig Zu- und Abluftsysteme in den Klassen eingebaut werden.