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Quergeschrieben

ORF-Wahlen: Ein bisschen mehr Idealismus, bitte!

Die Politik spielt im ORF eine zu große Rolle. Auch wenn das System funktioniert. Ein Verständnis, wie wichtig die Pressefreiheit ist, fehlt vielfach.

Gastkommentare und Beiträge von externen Autoren müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.

Nächste Woche wird gewählt. Der ORF bekommt einen neuen Generaldirektor (oder eine neue Generaldirektorin). Dass dieser für weitere fünf Jahre Alexander Wrabetz heißen wird, gilt als eher unwahrscheinlich, da die ÖVP einen anderen Kandidaten als Favoriten erkoren haben dürfte – Vize-Finanzdirektor Roland Weißmann.

Solche Zeilen dürfte man in einer Demokratie im 21. Jahrhundert eigentlich nicht schreiben müssen. Denn dass die Regierungspartei die Führung des größten Medienhauses des Landes de facto bestimmt, ist nicht in Ordnung. Dabei könnte es anders sein, auch wenn es für viele schwer vorstellbar ist.

„Presse“-Kollege Thomas Kramar hält den Wunsch nach Entpolitisierung des ORF in einem Leitartikel vergangene Woche für „pathetisch“ und „weltfremd“. Die Interessen seien nun einmal in Parteien organisiert, alle anderen Modelle würden nicht funktionieren. Ein „kluger ORF-General“ sollte stattdessen ein „gesundes Laisser-faire“ ermöglichen – und zwar in den Redaktionen, in denen Journalistinnen und Journalisten „so viel Freiheit wie möglich“ haben sollen.