Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Konzertkritik

Beethovens Humor, trocken serviert

Fein abgestimmtes Miteinander: Igor Levit, Renaud Capuçon.
Fein abgestimmtes Miteinander: Igor Levit, Renaud Capuçon.(c) ©MarcoBorrelli
  • Drucken

Igor Levit statt Martha Argerich im Duo mit Renaud Capuçon: Jubel für eine neue Partnerschaft der Kammermusik – mit Schubert, Brahms und Beethovens „Kreutzer-Sonate“.

Das Thema tut, als könne es kein Wässerchen trüben: Gemütlich kommt es daher, fast biedermeierlich. Was soll daraus werden? Igor Levit und Renaud Capuçon hatten auf diese Frage eine umwerfende Antwort parat – und führten mit exakt gesetzten Pointen die grimmige Ironie Beethovens vor Ohren. Der Pianist ließ also in der ersten Variation Nippesfigürchen paradieren, Spieldosen tickten, niedliche Trillerschleifchen wurden gebunden – und über all das kicherte der Geiger mit seinen hohen repetierten Tönen. In der zweiten Variation setzte dieser dann über kuriosem Humpa-Humpa des Klaviers zu einem Zweiunddreißigstelgetrippel an, mit dem er nach doppeltem Antäuschen schließlich doch noch ins viergestrichene F traf, und das beide Male: Tor!