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Kulturgeschichte

Wer vergessen will, benutze ein Post-it

Corbis via Getty Images
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Notizzettel behaupten sich trotz Digitalisierung im Alltag. Sogar ein Buch ist ihnen nun gewidmet. Über Sudelbücher, den teuersten Einkaufszettel der Welt und die wirksamste Form des Löschens: das Speichern.

Es gab ein Ding, das Mark Zuckerberg in der Zeit, als er Facebook gründete, ständig mit sich führte: ein Notizbuch. Bald war es von einer besonderen Aura umweht, als würden jene, die Blicke in das Büchlein erhaschen könnten, Zugang erhalten zu Zuckerbergs geheimsten Ideen.

Genüsslich erzählt der deutsche Kommunikationswissenschaftler Hektor Haarkötter im Buch „Notizzettel“ diese Geschichte über einen der „Totengräber des analogen Zeitalters“. Oder auch, dass Google, als es OneNote entwickelte, Tausende Schreibtische fotografieren ließ, um menschliche Notier-Bedürfnisse zu verstehen. Die Anfänge von OneNote wie von Facebook sind bald zwei Jahrzehnte her. Doch trotz oder auch gerade wegen der Digitalisierung behaupten sich Post-its und andere Notizzettel in unserem Alltag. Sie kommen sogar zu Ehren, zu denen sie in der analogen Ära vielleicht nie gekommen wären: Ein ganzes Buch handelt jetzt von ihnen. Mit reichlich Kommunikations- und Medientheorien, die einen aber nicht unbedingt besonders interessieren müssen, weil der Autor über Geschichten zu seinen Theorien wandert – und diese Geschichten allein sind anregend genug.