Interview

„Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Lukaschenko geht“

Caio Kauffmann
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Das führende Oppositionspaar Valeri und Veronika Zepkalo will den Präsidenten von Belarus vor den Internationalen Strafgerichtshof bringen. Von der mangelnden Unterstützung der EU zeigen sie sich enttäuscht. Das Verhalten von Raiffeisen und A1 ist für sie „inakzeptabel" und ein „Verrat am Volk von Belarus“.

Die Organisatoren haben Sicherheitsbedenken. Sie geben kaum Details zum Wien-Besuch von Valeri und Veronika Zepkalo bekannt. Es ist zu viel passiert zuletzt zwischen Tokio und Kiew. Das Power-Paar der belarussischen Exil-Opposition erscheint locker und gelöst zum Interview. Die Krise in seiner Heimat hat es auch politisch zusammengeschweißt. Valeri Zepkalo, einst Vize-Außenmnister udn danach Botschafter in den USA und Mexiko, wollte bei der Präsidentenwahl am 9. August 2020 kandidieren. 230.000 Unterstützungserklärungen hatte der Gründer des Minsker Hightech-Parks gesammelt. Doch er durfte ebenso wenig antreten wie Sergej Tichanowskij und Viktor Barbariko. Anders als die beiden landete Zepkalo nicht im Gefängnis, er entzog sich seiner Verhaftung rechtzeitig durch Flucht mit seinen beiden kleinen Kindern über die offene Grenze nach Russland.

Ein Frauentrio sprang in die Bresche: Veronika Zepkalo und Maria Kolesnikowa, eine Vertraute von Barbariko, unterstützten die Kandidatur von Swjetlana Tichanowskaja, der Frau des inhaftierten Oppositionellen. Sie siegten an den Urnen. Doch Langzeitherrscher Lukaschenko fälschte und stahl die Wahl. Es folgten Massenproteste, die das Regime brutal niederschlug. Veronika Zepkalo setzte sich bald zu ihrer Familie ab, mit der sie zuletzt in Riga lebte. Demnächst zieht sie mit ihrem Mann und den Zwillingen nach Athen um, wo sie nach einer einjährigen Auszeit wieder für Microsoft arbeiten wird.

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