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Einspruch

Ionescos Nashörner auf einer Coronademo in Paris

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Indisches Nashorn in einem Zoo in der französischen Gemeinde La Fleche.(c) APA/AFP/JEAN-FRANCOIS MONIER (JEAN-FRANCOIS MONIER)
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„Ich bin kein Nashorn“, postuliert der rechtsextreme Politiker Florian Philippot - wirklich nicht? Über Eugène Ionescos Geschichte von der Vernashornung einer Stadt und Denktunnel in der Krise.

Neulich auf einer Pariser Demo gegen den französischen „Gesundheitspass“ als Zugangsbedingung zu Teilen des öffentlichen Lebens: Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Front National Florian Philippot trug eine Plakette mit der Aufschrift: „Je ne suis pas un rhinocéros“ („Ich bin kein Nashorn“).

Das mag bezweifelt werden, aber an Eugène Ionescos Geschichte über die Vernashornung einer Stadt erinnert zu werden, ist immer gut. Ob als kurze Erzählung oder Theaterstück: Es veranschaulicht so kurzweilig wie lehrreich das Abrutschen von Menschen in kollektive Hysterie und Konformismus. Eine tolle Schullektüre. Dass Ionesco Philippots Plakette gefallen hätte, darf freilich bezweifelt werden. Er dachte beim Schreiben vor allem an den Nationalsozialismus, den er im Krieg in Rumänien und Frankreich kennengelernt hatte.