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Leitartikel

Abschieben bis zur Schmerzgrenze

An Afghan woman walks inside a police compound as former Afghan Taliban members hand over their weapons after joining the Afghan government´s reconciliation and reintegration programme in Herat
Wo die Taliban herrschen, errichten sie wieder immer ungenierter ihr Schreckensregime. (c) REUTERS (Mohammad Shoib)
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Auch um neue Flüchtlinge abzuschrecken, will Sebastian Kurz abgelehnte Asylwerber weiterhin nach Afghanistan abschieben. Lang ist das angesichts des Vormarsches der Taliban nicht mehr vertretbar.

Bald wird Österreich keine Afghanen mehr abschieben können. Da wird es auch nicht helfen, die afghanische Botschafterin ins Außenamt zu zitieren. Denn der Bürgerkrieg am Hindukusch tritt in eine neue brutale Phase. Seit US-Präsident Joe Biden den 11. September als Abschlusstermin für den Abzug seiner Truppen genannt hat, gehen die Taliban aufs Ganze. Die Steinzeit-Islamisten erachten es nicht mehr für nötig, Verhandlungsbereitschaft zu heucheln. Zuletzt haben sie den afghanischen Regierungssprecher ermordet. Die Taliban wollen 20 Jahre nach ihrer Vertreibung die Macht in Kabul zurückerobern.

Noch halten die Regierungsstreitkräfte die Hauptstadt und weite Teile des Landes. Doch ihre Kampfmoral ist gering und ihre Schutzmacht bald weg. Die Taliban kommen. Und wo sie herrschen, errichten sie wieder immer ungenierter ihr Schreckensregime, hacken Hände ab, steinigen Frauen.