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Song zum Sonntag

Low: "Disappearing" - Der Strand ist das Unbekannte

Low: „Disappearing“
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Low, gegründet 1993 in Duluth, Minnesota, ist eine Band um ein Mormonen-Ehepaar. Ihr Stil wird oft als Slowcore bezeichnet, ihr nächstes Album soll „Hey What“ heißen.

Low: „Disappearing“. „Auf der Weite des Meeres, das mit diesem mystischen und lähmenden Fatalismus seine Wogen heranwälzt, träumt ein verschleierter, hoffnungsloser und wissender Blick, der irgendwo einstmals tief in traurige Wirrnisse sah . . . “ Man verzeihe das lange Zitat aus Thomas Manns „Buddenbrooks“, aber es passt zu gut auf diesen Song, in dem die Wellen, vertont durch ein gewaltiges Brausen, unerbittlich steigen und fallen, während Sängerin und Sänger ihnen unisono nachsinnen, einem Schiff nachschauen, Vollständigkeit fühlen, bis ihnen einschießt: Anderswo sitzt jemand an einem ganz anderen Ozean . . . „That disappearing horizon, it brings cold comfort to my soul“, singen sie schließlich, das lärmende Auf- und Abschwappen wird fast unerträglich, und die Vision mündet in einer metaphysischen Ahnung: „An ever present reminder, the constant face of the unknown.“ Strandleben, einmal ganz anders anders.

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Christoph Sepin (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

Cover
CoverLow: „Disappearing“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.08.2021)