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Pizzicato

Wer die Mitzikatz nicht mag . . .

Sehr geehrte Katzenmenschen, liebe Dosenöffner! Wir wissen ja, dass jeder Tag Katzentag ist, der gestrige Weltkatzentag streng genommen also völlig überflüssig war.

Er taugt höchstens als aktueller Anlass, um Sommerloch-Trend-Tiere wie Schrödingers Schlangen (man weiß nie, solang der Klodeckel zu ist . . .) aus den Randspalten zu verdrängen, um einem Evergreen zu huldigen, nämlich dem einzigen vierbeinigen Tier, „das uns eingeredet hat, wir müssen es erhalten, es brauche aber nichts dafür zu tun“ (© Kurt Tucholsky). Der Hund sei Prosa, die Katze Poesie, heißt es ja. In der Tat widmeten ihr viele Poeten Zeit und Zeilen, etwa Rainer Maria Rilke, der Panther beobachtete, aber auch notierte: „Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe.“ Selbst Charles Bukowski wurde streichelweich, wenn es um die Katz ging: „Allein/heut Nacht./in diesem Haus,/allein mit/6 Katzen,/die mir ohne Mühe alles mitteilen/was es zu wissen/gibt.“

Sechs Katzen? Das toppte der 2016 verstorbene Karikaturist Manfred Deix locker. Er lebte zeitweise mit 80 Miezen zusammen, die ihn zu Gedichten inspirierten: „Wer die Mitzikatz nicht mag/dem wünsch ich einen üblen Tag!“ Allen Pussy-Grabbern richtete Deix aus: „Wer sich an der Katz vergreift/wird erst kräftig eingeseift/hernach gefedert, dann geteert/dass er 14 Tage rehrt!“ (sk)

Reaktionen an: stefanie.kompatscher@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.08.2021)