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Pizzicato

Ein Königreich für ein Alpaka!

Es kann ja nicht sein, dass unsere Kinder nach Wean fahren und als Grüne zurückkommen“, hat ein ÖVPler einmal gesagt.

Bei den Tories in England scheinen die Probleme anders gelagert zu sein: Boris Johnsons' Vater, Stanley, zum Beispiel ist ein prominenter Tierschützer. Seinem Sohn ließ er nun via Boulevardmedien ausrichten, dass die Regierung einen „mörderischen Fehler“ begehe, wenn sie Alpaka Geronimo einschläfern lässt. Die Erfolgsaussichten sind bescheiden, konnte er doch den Sohnemann im Jahr 2016 nicht einmal überzeugen, gegen den Brexit zu stimmen.

Aber zurück zum armen Geronimo: Zwei Gurgeltests, pardon, Hauttests haben ergeben, dass er an hoch ansteckender Rinder-Tuberkulose erkrankt ist. Das Alpaka soll nun sterben, um Rinder (und vor allem Bauern) nicht zu gefährden. Sehr zum Ärger von Tierschützern wie Dominic Dyer: „Das Umweltministerium weiß, dass Tuberkulose-Hauttests bei Alpakas zu falsch positiven Ergebnissen führen können.“ Ein Bluttest wäre das Mindeste. Besser noch eine Impfung für Kinder, pardon, Rinder. Proteste und Petitionen gibt's auch: Gegen diverse Impfungen sowieso schon länger und neuerdings gegen Geronimos Einschläferung. Sogar gegen billiges Rindfleisch aus Massentierhaltung wurde schon ab und zu protestiert und petitioniert. Bisher ohne großen Erfolg. (sk)

Reaktionen an: stefanie.kompatscher@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2021)