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Direktoren gesucht: Wer wird was im ORF?

ORF-WAHL 21: WEISSMANN
Roland Weißmann wird den ORF ab 2022 leiten(c) APA (ROLAND SCHLAGER)
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Unter dem designierten ORF-Generaldirektor Roland Weißmann wird es vier zentrale Direktoren geben. Armin Wolf könnte Digital-Chefredakteur werden.

Der neue ORF-Generaldirektor ist gefunden, nun beginnt die Suche nach der neuen Geschäftsführung unter Roland Weißmann. Am Donnerstag sind vier zentrale Direktorenposten sowie die neun Landesdirektorenposten ausgeschrieben worden. Der designierte ORF-Chef Weißmann sucht Führungskräfte für eine Programmdirektion, eine kaufmännische Direktion, eine technische Direktion und eine Radiodirektion. Damit bleibt er der Direktionsstruktur, die der amtierende Generaldirektor Alexander Wrabetz aufgestellt hat, treu.

Bewerbungen müssen bis spätestens 9. September bei Weißmann einlangen. Am 16. September schlägt er seine Auswahl dem Stiftungsrat vor und das Gremium bestellt die Geschäftsführung per Abstimmung. Wichtig ist dem neuen ORF-Chef ein höherer Frauenanteil. In der Ausschreibung sind Bewerbungen von Frauen „besonders erwünscht“, zwei der vier zentralen Direktorenposten sollen mit Frauen besetzt werden.

Wo die Grünen (angeblich) mitreden

Erste Namen werden bereits kolportiert: Ö3-Chef Georg Spatt für Programm und ORF III-Geschäftsführerin Eva Schindlauer für Finanzen. Bei diesen zwei Posten dürfen die Grünen (für ihre Stimmen für Weißmann) angeblich mitentscheiden – was der designierte ORF-Chef aber dementiert, ebenso wie Lothar Lockl, der für die Grün-nahen Stiftungsräte spricht. Zuvor hatte aber Eva Blimlinger, Mediensprecherin der Grünen, zugegeben, dass man hier mitreden dürfe.

Als möglicher Technik-Direktor wird GIS-Chef Harald Kräuter gehandelt. Die Radiodirektion könnte damit von einer Frau geführt werden.

Wer wird den wichtigen Newsroom leiten?

Nicht nur Weißmann wird wichtige Posten besetzen, auch Wrabetz wird das in den letzten Monaten seiner Amtszeit tun: nämlich die neue, mächtige Chefredaktion für den multimedialen Newsroom, der 2022 schrittweise in Betrieb gehen soll. Wrabetz hatte öfters betont, die Führungspositionen noch heuer besetzen zu wollen. Nach seiner Abwahl sagte er, er wolle seine Erfahrung an Weißmann weitergeben und diesen in wichtige Entscheidungsprozesse einbinden.

Wrabetz nannte bereits drei Namen für die vier Chef-Posten im Newsroom, was man als „Abschiedsgeschenk“ an Weißmann deuten kann: Der teils heftig angefeindete ZiB2-Anchorman Armin Wolf, der sich bereits jetzt in der ZiB-Chefredaktion mit digitalen Angelegenheiten befasst, könnte Digital-Chefredakteur werden. ORF-2-Chefredakteur Matthias Schrom böte sich ebenfalls für eine Führungsposition an, sagte Wrabetz. Und er nannte auch Radio-Vizechefredakteurin Gabi Waldner als Kandidatin. Mit keinem der Genannten habe er bisher in dieser Sache gesprochen. Mit dem Aufbau und der interimistischen Leitung des Newsdesks hat der scheidende ORF-Chef bereits Peter Fritz betraut.

Aber auch Radio-Chefredakteur Hannes Aigelsreiter oder TV-Chronik-Chefin und stellvertretende TV-Chefredakteurin Claudia Lahnsteiner werden als mögliche Kandidaten für gewichtige Führungspositionen im neuen Newsroom genannt. Aigelsreiter wurde zuletzt aber auch als möglicher Radiodirektor kolportiert und Lahnsteiner als potenzielle Nachfolgerin für Georg Spatt an der Spitze von Ö3 genannt. Die Branchenzeitung "Horizont" gab ihr am Dienstag auch Chancen auf den Job der Radiodirektorin.

Landesdirektoren: Eine Frau für Tirol?

Eine Reihe von Änderungen zeichnet sich bei den Landesdirektionen ab: Weißmann will dort den Frauenanteil von derzeit zwei Direktorinnen erhöhen. Auf wie viele genau wollte er sich nicht festlegen. In Wien verabschiedet sich ORF-Urgestein Brigitte Wolf in den Ruhestand. Als mögliche Nachfolger werden ORF III-Chef Peter Schöber oder Radio-Innenpolitikchef Edgar Weinzettl kolportiert. In Kärnten ist Karin Bernhard im Landesstudio umstritten, ihr Sessel könnte wackeln.

Fix sind altersbedingte Wechsel in weiteren Landesstudios. In Niederösterreich soll Chefredakteur Robert Ziegler auf Norbert Gollinger folgen, in Oberösterreich geht Kurt Rammerstorfer in Pension. Ihm könnte Chefredakteur Klaus Obereder folgen.

In Salzburg, wo derzeit Christoph Takacs als Landesdirektor fungiert, gibt es weitere Interessenten. Der Salzburger Stiftungsrat Matthias Limbeck hatte sich vor dem Sommer extra aus dem obersten ORF-Gremium zurückgezogen, um sich als Landesdirektor bewerben zu können. Interesse an der Führung des Salzburger Landesstudios werden auch der bisherigen Programmdirektorin Kathrin Zechner nachgesagt.

In der Steiermark gilt die Verlängerung von Gerhard Koch als beschlossene Sache. Auch im Burgenland hört man von keinen geplanten Änderungen. Werner Herics kann mit seiner Wiederbestellung rechnen. Gleiches gilt für Markus Klement in Vorarlberg. Veränderungen werden unterdessen für Tirol kolportiert. Dort wird nach einer Frau für die Führung des Landesstudios gesucht.

 

(APA/her)