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Salzburger Festspiele

Maria Stuart kriegt die nackte Macht zu spüren

Eine Königin, die ihren Kopf verliert: Birgit Minichmayr als Titelheldin in Friedrich Schillers „Maria Stuart“, umringt von einer Männer-Masse.
Eine Königin, die ihren Kopf verliert: Birgit Minichmayr als Titelheldin in Friedrich Schillers „Maria Stuart“, umringt von einer Männer-Masse.APA/BARBARA GINDL
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Das große Trauerspiel von Friedrich Schiller in der verdichteten Inszenierung Martin Kušejs lebt von famos gespielten Königinnen.

Dreißig nackte Männer sitzen auf der Bühne, mit dem Rücken zum Publikum, auf ihren Mänteln. Man hört ein Surren, elektronische Geräusche. Die Schar blickt gebannt nach vorne: Ein Sausen, ein Hieb, schon pendelt raumgreifend über ihnen im hohen Saal der abgetrennte Kopf einer Frau mit langem roten Haar und besudelt die Männer mit Blut.

Wer diese Tote ist, weiß man, denn auf dem Programm der Salzburger Festspiele auf der Perner-Insel in Hallein steht an diesem Samstag die Premiere von „Maria Stuart“, in der Inszenierung von Burgtheaterdirektor Martin Kušej. Gleich zu Beginn hat er in einem wortlosen Vorspiel das Ende vorweggenommen. Die aus Schottland vor dem Volkszorn nach England geflüchtete Königin wird ihrer Verwandten, Königin Elisabeth, unterliegen. Seit Jahren befindet sich Maria in Haft. Es kann nur eine geben auf umkämpften Thronen. Die katholische Eiferin gefährdet die protestantische Tudor-Queen. Es herrschen mörderische Intrigen bei Hofe. Schließlich handelt Elisabeth und richtet es so ein, dass konkurrierende Favoriten willige Vollstrecker des als problematisch angesehenen Königsmordes werden.