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Quergeschrieben

Die Ausbeutung des Neusiedler Sees rächt sich nun

Österreichs größter See ist akut bedroht. Trocknet das Naturjuwel mit Weltkulturerbe-Status aus, hätte das schlimme Folgen nicht nur für die Natur.

Die Botschaft war unmissverständlich: Die Unesco droht, den Neusiedler See auf die Rote Liste der gefährdeten Weltkulturerbestätten zu setzen. Auslöser war das Mega-Bauprojekt auf ungarischer Seite in Fertörákos. Es wird der sofortige Baustopp gefordert. Doch es sind nicht die Ungarn, wie es die österreichische Seite gern darstellt, sondern auch heimische Projekte und hausgemachte Probleme, die den See und das Weltkulturerbe in Gefahr gebracht haben. So etwa werden auch an unserem Teil des Sees seit Jahren die Ufer fleißig verbaut, weitere Projekte sind in Planung. Die Unesco kritisierte ausdrücklich Mörbisch, Neusiedl und das „Naturseebad“ Breitenbrunn als besonders problematisch.

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Nicht nur einzelne Projekte, sondern auch die grundsätzliche Einstellung zum See sollte im Burgenland überdacht werden. Zwar sichert der See der Region ansehnliche Einnahmen durch den Tourismus, auf das sensible Ökosystem wird jedoch kaum Rücksicht genommen. Das zeigt sich etwa daran, dass der See von Jahr zu Jahr weniger Wasser führt. Im Seewinkel sind die kleineren Seen bereits ausgetrocknet, die Wasservögel wandern ab. Eine Katastrophe für das einzigartige Naturjuwel. Man schiebt das Phänomen auf die Klimaerwärmung und auf die zunehmende Verdunstung. Doch das Problem ist auch hausgemacht: So etwa werden immer mehr Weingärten und riesige Felder intensiv bewässert. Mais, der sehr viel Wasser benötigt, pflanzte man mitten in einem Trockengebiet. Das Wasser stammt aus Tiefbrunnen, viele davon neu gebohrt und ohne Genehmigung genutzt. Wenig überraschend sinkt dadurch der Grundwasserspiegel dramatisch, weswegen noch mehr bewässert werden muss. Ein Teufelskreis. Nun speist sich der See nicht nur aus Niederschlägen, sondern auch durch unterirdische Wasserläufe. Statt jedoch energisch gegenzusteuern, hofft man auf die sonst viel kritisierten Ungarn und deren Projekt der Zufuhr von Donauwasser.