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Musiker-Gagen

Kritik während Live-Sendung: Musiker spielen für 30 Euro bei Burgenland-Festakt

Alfons Haider hatte im Zwiegespräch mit Musiker Alexander Köck live im Fernsehen umstrittene Argumente für die eher geringe Bezahlung.
Alfons Haider hatte im Zwiegespräch mit Musiker Alexander Köck live im Fernsehen umstrittene Argumente für die eher geringe Bezahlung.(c) Screenshot ORF Tvthek
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Die jungen Orchestermusiker würden nur 30 Euro bekommen - das sei „beschämend“, kritisierte Popmusiker Alexander Köck während der ORF-Live-Sendung. Ein aufgebrachter Moderator Alfons Haider löste mit seiner Replik weitere Empörung aus: „Das sind ja keine Profimusiker."

Am Samstagabend ist die Jubiläumsausstellung "Wir sind 100. Burgenland schreibt Geschichte" auf der Burg Schlaining im Beisein von Prominenz aus Politik und Kultur im Südburgenland eröffnet worden. Zwischen musikalischen Darbietungen und feierlichen Worten von Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil (SPÖ) sorgte ein Disput zwischen einem auftretenden Musiker und Alfons Haider, dem Moderator des Abends, für Aufsehen. Ein Video davon wurde auf Facebook vor allem von Musikern verbreitet.

Eine der beim Festakt auftretenden Bands war das burgenländische Popduo „Cari Cari". Wie auf einem mittlerweile auf Youtube hochgeladenen, privaten Videomitschnitt zu hören ist, kritisierte Sänger und Gitarrist Alexander Köck während seines Auftritts, dass die Orchestermusiker der Eröffnungsgala nur 30 Euro Gage erhalten würden. Das habe er im Gespräch mit einem der Musiker erfahren. Es sei "beschämend" angesichts der Tatsache, dass genug Geld für zwei Intendanten bei den Seefestspielen Mörbisch vorhanden sei. Die Summe, die das Popduo bekommt, nannte der Musiker nicht. Bei der jüngsten Tournee in Albanien habe man mehr Gage bekommen. Man spiele hier um das „sprichwörtliche Butterbrot“. Köck hätte eigentlich absagen wollen, aber es sei eine Ehre für ihn, bei dieser Feier dabei sein zu dürfen. Komponist Christian Kolonovits hätte ihn dazu überredet, dennoch aufzutreten - mit den Worten: „Dann sag' halt was“. Es gehe darum, dass man das zahlt, „was jeder Kulturverein, jeder Veranstalter in Albanien ohne Förderung auch bezahlt".

Burgenlands Generalintendant Alfons Haider - am Samstag auch Moderator des Abends -, warf Köck in einer direkten Replik "Unterstellungen" vor: "Wir haben nicht zwei Intendanten, wir haben einen künstlerischen Leiter und einen Intendanten." Man solle vorsichtig sein mit Behauptungen nach dem Motto "die da oben sind immer die Verbrecher", so ein hörbar empörter Haider.

„Das sind jetzt bitte keine Profimusiker"

„Es tut mir leid, wenn Sie sich persönlich angegriffen fühlen“, meinte Köck daraufhin, den Haider zuvor kaum zu Wort gelassen hatte. Der Dialog sei zwar gewünscht, aber „nicht bei so einer Show“, meinte Haider. Nach weiterer Musik erklärte der Moderator: Die Instrumentalisten des Orchesters seien „noch nicht abgeschlossene Musiker“ von Konservatorien. Alle würden 30 Euro und Verpflegung bekommen, die Reisekosten würden erstattet. „Das sind jetzt bitte keine Profimusiker“, so Haider. Besonders diese Aussage traf bei vielen zusehenden Musikern auf Unverständnis.

Haider hatte zuletzt mehrfach mit negativen Schlagzeilen zu kämpfen - einerseits wegen eines Machtkampfs um die programmatische Ausrichtung der Seefestspiele in Mörbisch mit dem dortigen künstlerischen Leiter Peter Edelmann, andererseits wegen einem Streit mit dem dortigen Musicalensemble um die Bezahlung der Zusatzvorstellungen.

Landeshauptmann Doskozil erklärte in seiner Rede schließlich, man müsse andere Meinungen akzeptieren. Er werde sich persönlich mit den Einzelheiten der Situation auseinandersetzen.

>> Die Sendung in der ORF Tvthek

(APA/Red.)