Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Abrechnung

Utopische MINT-Träume

  • Drucken

Was hat man nicht alles unternommen, um den Frauenanteil in den MINT-Fächern zu erhöhen. Aktuelle Zahlen ernüchtern.

Wer sein Studium in einem der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) abschließt, auf den warten gut bezahlte und viele Jobs. In seltener Einigkeit versuchten Wirtschaft und Politik, mehr Frauen in diese Richtung zu locken - allein, die Früchte sind mager.

Zuletzt lag der Frauenanteil unter den Studierenden dieser Fächer bei unter einem Viertel: 22 Prozent in Informatik, 23 Prozent im Ingenieurwesen, 24 Prozent in den anderen Fächern. Zudem brechen Frauen ein MINT-Studium häufiger und früher ab, zeigt eine aktuelle Sonderauswertung der Studierendensozialerhebung 2019.

Zum Vergleich: Im Pädagogikstudium beträgt der Frauenanteil 70 Prozent.

Höhere Abbruch- und Wechselquote

Frauen beginnen nicht nur deutlich seltener als Männer ein MINT-Studium, sie schaffen es auch seltener bis zum Titel: In IKT etwa schließen 28 Prozent der Männer ihr Studium innerhalb von 13 Semestern positiv ab, bei Frauen sind es nur 17 Prozent.

Nach dem Abbruch beginnen Frauen außerdem deutlich öfter ein völlig anderes Studium als Männer (27 gegenüber 13 Prozent im Falle von IKT).

Ein Faktor für diese Geschlechtsunterschiede ist die unterschiedliche schulische Vorbildung: Die Erfolgsquoten sind bei jenen, die an einer Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) maturiert haben, deutlich höher als nach einem AHS-Abschluss. Allerdings haben nur acht Prozent der Frauen, die ein MINT-Studium beginnen, an einer HTL maturiert, 52 Prozent hingegen an einer AHS (Männer: 37 bzw. 30 Prozent). Dazu kommt, dass sich deutlich weniger Frauen als Männer nach der HTL-Matura überhaupt für ein MINT-Studium entscheiden (15 gegenüber 48 Prozent).

Selbst wenn nur Frauen und Männer mit der gleichen schulischen Vorbildung verglichen werden, bleiben die Unterschiede in der Erfolgsquote groß: bei IKT etwa 24 gegenüber 39 Prozent.

Gefühlt schlechtere Voraussetzungen

So schreiben sich etwa Frauen unabhängig von der besuchten Schulform deutlich häufiger schlechte Mathematik- und Computervorkenntnisse zu als ihre männlichen Studienkollegen. Sie fühlen sich außerdem unmittelbar vor Studienbeginn deutlich seltener gut informiert, zögern deutlich öfter bei ihrer Studienwahl und sind im Studium öfter unzufrieden mit der Studierbarkeit (Wartezeiten, Prüfungsdichte, Planbarkeit etc.) und der Qualität der Lehre.

Fazit der Studienautorinnen (allesamt weiblich): Es bestehe „erhöhter Handlungsbedarf“ hinsichtlich Studienzugang, -bedingungen und -erfolg.

Dessen ungeachtet laufen unermüdlich weitere Bemühungen, junge Frauen in dei Branche zu holen. So die Nachwuchsinitiative „Girls! TECH UP" des Österreichischen Verbands für Elektrotechnik (OVE), die eben ausgeschrieben wurde. Einreichungen für den Role Model Award sind bis 10. Oktober möglich.