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Franz Josef Altenburg

Österreichs großer alter Mann der Keramikkunst ist tot

Vernissage zur Kermaikausstellung Ein Leben f�r die Keramik des Franz Josef Altenburg im Hollengut
Franz Josef Altenburg(c) imago images / Rudolf Gigler (via www.imago-images.de)
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Am Mittwoch erlag Franz Josef Altenburg (80) seiner schweren Krankheit. Er war einer der bedeutendsten Keramikkünstler Österreichs und ein Urenkel von Kaiser Franz Joseph I..

Er wusste, dass es nicht mehr lange dauern, dass er dieses Jahr sterben würde. Keramikkünstler Franz Josef Altenburg hatte die Kraft schon verlassen, als im März seine Retrospektive im Wiener MAK eröffnete, er scheute sich hinzufahren, sein „ganzes Lebenswerk zu betrachten, obwohl ich noch lebe“, wie er der „Presse“ Einblick gab. Was ist das doch für ein beeindruckendes, konsequentes Lebenswerk, verschrieben der Keramik zu einer Zeit, in der dieser wenig geschätzt wurde – das „keramische Jammern“, nannte Altenburg diese Reaktion auf den Schatten, in dem die Keramik seit Ende der Wiener Werkstätte, seit dem Krieg stand.

Die Renaissance dieses Werkstoffs in der (jungen) Gegenwartskunst der vergangenen zehn Jahre kam für Altenburg zu spät, mit Fug und Recht kann er jedoch als Österreichs Grand Seigneur auf diesem Gebiet bezeichnet werden. Das hat auch mit dem streng formalen Zugang zu tun, den er verfolgte, beeinflusst vom Minimalismus eines Donald Judd. Es entstanden sehr reduzierte, archaisch wirkende Objekte, die an Architekturen denken ließen. „Die Keramik zeigt mir den Weg“, sagte er, das Material selbst führe ihn in diese Einfachheit: „Block, Haus, Turm, Gerüst, Rahmen“, hieß auch die letzte MAK-Ausstellung.

Was für ein Sprung von der Gmundner Keramik, für die er lange Jahre nach Abschluss der Ortwein-Schule arbeitete, als Teil des dort etablierten Künstler-Gruppe „H“ (gemeinsam u. a. mit seiner Förderin Gudrun Baudisch). Seit Mitte der 70er Jahre arbeitete Altenburg frei, in einer ehemaligen Mühle im Hausruck, Thomas Bernhard war dort Stammgast. Altenburg dürfte es mitbekommen haben, vor allem aber lebte er in seinem Atelier mit den Brennöfen, wo er an einem alten Tisch aus der Kaiservilla in Bad Ischl werkte. In den Stallungen dort ist noch bis 26. August seine Ausstellung „Ton und Form“, eine Art Vermächtnis zu sehen. In der Villa war er aufgewachsen als Urenkel Kaiser Franz Josefs. Nie wollte er mit diesen „Kaisereien“, wie er es nannte, zu stark verbunden werden, er sei Künstler, nicht Urenkel. Es war der Geburtstag dieses Urgroßvaters, an dem Altenburg gestern, Mittwoch, schließlich verstarb.