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Interview

"Nicht hinter jeder kleinen Pension steht ein armer Mensch"

Wer bekommt wie viel vom Pensionskuchen? Darüber wird in den nächsten Wochen debattiert.Getty Images
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Die Pensionserhöhung müsse für alle gleich hoch sein, egal, ob arm oder reich, sagt Walter Pöltner, Leiter der Alterssicherungskommission: „Das Pensionssystem ist nicht geeignet für Umverteilung."

Die Presse: Die Regierung will erneut niedrige Pensionen stärker erhöhen als höhere. Sie lehnen diese „soziale Staffelung“ ab. Warum?

Walter Pöltner: Weil sie nicht treffsicher ist. Nicht hinter jeder kleinen Pension steht ein armer Mensch. Arm ist, wer sein ganzes Leben gearbeitet hat und trotzdem nur eine kleine Pension hat, von der er allein leben muss. Aber der war schon vorher arm, nicht erst seit er in Pension ist. Man kann nicht sagen, dass jemand mit weniger als 1000 Euro Pension automatisch arm ist. Armutsbekämpfung über Pensionsanpassung scheint mir ziemlich fantasielos.

Welche Pensionisten sind dann Ihrer Meinung nach wirklich arm?

Wer wirklich arm ist, bekommt die Ausgleichszulage und dessen Pension wird auf 1000 Euro aufgestockt. Gleichzeitig gibt es genug Menschen, die 875 Euro Pension bekommen und keine Ausgleichszulage, weil sie andere Einkommen haben – etwa von ihrem Ehepartner. Das sind zum Beispiel alle Frauen, die verheiratet sind.

Ein Argument für diese Sondererhöhung ist Armutsbekämpfung. Altersarmut trifft ja vor allem Frauen.