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Kärnten

Inselboot im Wörthersee: Island in Sicht

Kein Floß, sonder ein Boot: "The Island" schippert mit Gästen im westlichen Wörthersee.
Kein Floß, sonder ein Boot: "The Island" schippert mit Gästen im westlichen Wörthersee.The Island
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36 private Quadratmeter im Wörthersee – für ein paar Stunden. „The Island“ fungiert als Badeplatz, Yoga-Plattform, Gastgarten, sogar als Büro.

Techelsberg. Nur ja nicht Floß zu „The Island“ sagen! Denn die Plattform, die zuerst im Heimathafen von Bad Saag und später draußen, mitten im Wörthersee liegt, bewegt sich aus eigenem Antrieb und muss nicht gezogen werden, erklärt Island-Initiator Johannes Muchitsch. Sie ist technisch gesehen ein Trimaran und E-Boot und hat eine Leistung von weniger als vier Kilowatt.

Eine fahrende Insel – das ist neu am Wörthersee. Noch immer, erzählt Muchitsch, errege „The Island“ die Neugier anderer Verkehrsteilnehmer. Warum treiben da kleinere Gruppen, morgendliche Yogis und abendliche Romantiker mitten im See oder ankern an seichten Stellen?

Gemessen an den motorisierten Mini-Eilanden, die in der Alten Donau herumdüsen, nähme sich „The Island“ mit seinen 36 Quadratmetern gewissermaßen als Kontinent aus. Wie eine Platte driftet dieses steuerbare Deck im Kärntner Urmeer langsam dahin. Gemächlich dreht es sich in den anschlagenden Wellen, leicht gesteuert von einem Ruder, das jeder Laie zu bedienen versteht.

Sanft folgen die Sitzsäcke, die hinterleuchtete Bar, die Tische und die Gläser darauf den Eigenbewegungen des Wörthersees – ebenso wie die Passagiere und Besatzung, die das Auf und Ab der Wogen schnell internalisieren. Kein Getöse, nicht einmal ein Sirren des kleinen Motors mischt sich in die Fahrtbrise, selbst in der Stille und Spiegelglätte unter freiem Sternenhimmel und im Morgengrauen nicht.

Eingerichtet nach Bedarf

Bestückt wird die Insel je nach Anforderung ihrer Gäste vom Standort aus: Platz für jene, die die Insel als Badeplattform nützen wollen (es gibt eine Leiter, wenngleich das Deck nicht hoch im Wasser liegt). Weiß gedeckte Tische für jene, die hier unter Sternen mehrere Gänge speisen wollen, plus diverse Gerätschaften sowie Griller fürs BBQ.

Dazu Palmen als Deko. Und einen Grasteppich. Und es gibt ein ausrollbares Sonnensegel. Alle mögliche Extraaustattung ließe sich organisieren. „Zuletzt war eine private Pokerrunde an Bord“, erzählt Muchitsch. Davor wurde ein 90er-Jubilar mit einem Insel-Dinner überrascht. Auch zum Arbeiten, sprich für ein Meeting wurde die Insel als „Seeoffice“ bereits gemietet.

Dinner am spiegelglatten See

Untertags sind die bis zu zwölf Passagiere allein unterwegs, sprich selbst am Steuer. Am Abend wird das Dinner auf der Plattform vom Koch begleitet, der an Bord die Speisen zubereitet. Und, sollte das gewünscht sein, sich zwischen den Gängen immer wieder mit einem Boot entfernt.

Johannes Muchitsch gibt "Dinner on the Lake".
Johannes Muchitsch gibt "Dinner on the Lake".(c) qFOTO

Weite Strecken macht „The Island“ meistens nicht, erzählt Muchitsch, keine stundenlangen Touren bis nach Velden, Pörtschach oder gar nach Klagenfurt. Den meisten reiche es, ein Stück hinauszufahren und auf der Höhe von Bad Saag (übrigens eines der schönsten Strandbäder am Wörthersee) ein paar Stunden zu schaukeln und zu chillen. Allerdings könnte die Insel auch hinkommen, wo sie gebraucht wird – sei's als privater Badeplatz, sei's als Gastgarten. Zum Schluss die Frage, die laut Muchitsch meist als allererste kommt: „Ja, es gibt ein Serviceboot, sprich der Toiletten-Shuttle zum Bad und retour zur Insel ist inklusive.“ www.the-island.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2021)