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Wohnen am Wasser

Frische Ware für Angler, Badefreunde und Stegsitzer

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Neue Immobilienprojekte an den Seen und Badeteichen in Österreich.

Die Zeiten, in denen Millionäre an den Uferlinien ihrer eigenen Seegründe entspannt den Sommer verbrachten, sind vorbei. Denn einfach nur ein handelsüblicher Millionär zu sein reicht zumeist nicht mehr aus, um eine ganz private Liegenschaft an einem der beliebten heimischen Seen zu erwerben. Hier kostest schon ein einziger Quadratmeter Grund in den Einserlagen bis zu 6000 Euro – exklusive Wohnstatt, versteht sich.

 

Kompromisse am Ufer

Ein überzeugender Grund, weshalb immer mehr Menschen, die zwar gern am Wasser residieren, aber keine absoluten Liebhaberpreise zahlen möchten, einen Kompromiss eingehen – und sich das Ufer mit anderen gut situierten Menschen einfach teilen. Der in Kärnten entstandene Trend ist mittlerweile so beliebt, dass mancherorts sogar ein Baustopp verhängt wurde, um wenigstens noch ein paar Uferstellen für die Allgemeinheit zugänglich zu halten. Die Nachfrage nach exklusiven Wohnanlagen mit Wasserzugang ist aber nach wie vor ungebrochen, und die Entwickler reagieren mit neuen Projekten nicht nur in Kärnten darauf. So entsteht etwa auch im niederösterreichischen Lanzenkirchen ein neues Wohnprojekt: Mit „Gardens & Green“ sollen neue Standards in Sachen Seezugang gesetzt werden, weil hier eine Kombination aus Wasser, Golf und Bergen zum Konzept gehört.

 

Schwimmen und Golfen in NÖ

Insgesamt sieben Villen und Bungalows werden am neuen 18-Loch-Kurs des Golfklubs Linsberg gebaut, zwei Villen und drei Bungalows sind derzeit noch zu haben. Zu den Assets der zwischen 108 und 187 Wohnquadratmeter großen Einheiten gehört der private Seezugang und unverbaute Blick bis zu den Voralpen, der durch die großflächigen Fenster der Häuser ausgiebig genossen werden kann. Das architektonische Konzept will bewusst jene Bedürfnisse erfüllen, die durch die coronabedingte Isolation vieler Menschen entstanden sind. So soll eine Piazza als Treffpunkt in der Anlage die interne Kommunikation und damit neue Formen des Gemeinschaftslebens fördern. Architekt Alexander Diem setzt hier außerdem einen Biophilic-Design-Ansatz um, der neben der Formensprache auf eine möglichst enge Verbindung mit der Natur setzt. Vermittelt werden die Einheiten über Otto-Immobilien, die Preise samt Seeanteil bewegen sich zwischen 620.000 und knapp 1,25 Millionen Euro.

 

Badeplatz am Keutschachsee

Dort, wo alles begann, in Kärnten, gibt es ebenfalls neue Projekte. So entsteht in Keutschach eine neue Wohnanlage mit Badeplatz, den sich die Nachbarn teilen können. In sechs Baukörpern werden oberhalb des gleichnamigen Sees 34 Wohnungen gebaut, die in Größen von gut 50 bis zu knapp 260 Quadratmetern und zwei bis zu fünf Zimmern angeboten werden. Unterhalb des vorderen Hauses, nur durch die Straße getrennt, steht allen Bewohnern ein privater Badeplatz samt Steg und Badehaus zur Verfügung. Hier gibt es neben den sanitären Anlagen einen großen Raum für Badekabinen, die sich neuen Eigentümer kaufen können. Ebenso für alle gemeinsam gibt es einen Pool in der Mitte der Anlage, und auch die Wohnungen selbst haben großzügige Gärten oder Freiflächen. Diese liegen alle auf der Wohnebene und werden durch die großen, aufschiebbaren Glasfronten betreten. In insgesamt drei Tiefgaragen und auf diversen Außenflächen gehören außerdem gut 70 Stellplätze zu der Anlage, die bis Anfang 2024 fertiggestellt werden soll. Vermittelt werden die Einheiten über Immo-Real Kärnten, die Kaufpreise beginnen bei gut 500.000 Euro.

Ex-Skistar Rainer Schönfelder ist ebenfalls in Kärnten unter die Entwickler in Sachen See-Immobilien gegangen. Zwar liegt seine „Sun & Lake“-Anlage ein wenig nach hinten versetzt, für einen Seeblick reicht es aber allemal. Ab Frühjahr kommenden Jahres sollen in Reifnitz auf 6000 Quadratmeter Grund sechs Baukörper mit insgesamt 30 Einheiten entstehen – je nach Lage und Ausrichtung mit See- oder Waldblick.

 

Ausblicke am Wörthersee

Geplant sind in der Anlage Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen, die alle über Balkone oder Terrassen verfügen; die kleinste mit knapp 30 Quadratmetern gibt es um rund 170.000 Euro, die größte mit fünf Zimmern und knapp 40-Quadratmeter-Terrasse um 918.000 Euro. Besonderes Augenmerk wurde bei der auf Eigenbedarf oder langfristige Vermietung ausgelegten Anlage auf das Thema Nachhaltigkeit gelegt: So ist für alle Gebäude eine Klimaaktiv-Zertifizierung geplant, Wärmepumpen sorgen für Energie und Ladestationen sowie E-Bikes für eine möglichst umweltfreundliche Mobilität.

Ein weiterer Bauabschnitt ist auch schon geplant: Bis 2023 sollen neben 20 weiteren Wohnungen auch zehn Reihenhäuser für Familien entstehen. Informationen zu der Anlage gibt es auf der Homepage www.gscheitwohnen.at/reifnitz. (sma)

TRENDSTUDIE „AM WASSER“

„Wenn es irgendwie geht, bitte am Wasser“ – mit dieser Aussage lässt sich eine aktuelle Trendstudie von Immoscout24 mit 500 Befragten zusammenfassen, wie sie sich ihren Wunschzweitwohnsitz vorstellen. Fast die Hälfte (40 Prozent) hätte am liebsten einen Zweitwohnsitz am Meer, gleich danach rangiert mit 36 Prozent der See oder Teich. Der absolute Traum für 18 Prozent ist eine Immobilie auf einer Klippe mit Meerblick.

Die Alternativen? Nur 20 Prozent würden sich für eine Hütte am Berg entscheiden, gerade einmal 14 Prozent träumen von einer Hütte im Wald, nur jeder Zehnte hätte gern einen Bauernhof als Freizeitdomizil. Ein altes Schloss rangiert mit sieben Prozent knapp vor einem Haus an der Skipiste, das ex aequo mit einer Immobilie in angesagten Stadtvierteln liegt. Knapp darüber finden sich noch das Schrebergartenhaus mit sieben und die Villa mit acht Prozent.

Ebenfalls erhoben hat die Studie, wie weit Herr und Frau Österreicher gehen würden, um sich den Traum vom Zweitwohnsitz zu erfüllen: Mit genügend Mitteln würden sich 43 Prozent gern ein Grundstück kaufen und bauen. 20 Prozent würden in ein verfallenes Haus auf dem Land investieren und dieses selbst oder mit der Hilfe von Freunden herrichten. Eine abgelegene Immobilie ohne Strom und fließendes Wasser ziehen nur noch acht Prozent in Erwägung – und ein knappes Drittel (30 Prozent) würde auf einen zweiten Wohnsitz verzichten, wenn sich dieser nur mit Mühe ausginge.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2021)