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Viennale-Empfehlungen

Geheimnis des Genies

Neun Höhepunkte: Mussolini und ein deutscher Rebell, spanische Killer-Clowns, japanische Spinner und das letzte Wort zum Kino.
02.01.2017 um 15:24
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Hauptbild • (c) Viennale/ZDF/Klaus Lemke/Jerun Vahle
Ein Abend mit Klaus Lemke. „Wir bauen die schönsten Autos. Wir haben die schönsten Frauen. Aber unsere Filme sind wie Grabsteine. Brav. Banal. Begütigend. Goethe-Institut. Aber Film ist keine aussterbende Tierart. Film ist auch kein Intelligenzbeschleuniger. Film muss noch nicht einmal gut sein. Film muss nur wirken. Das tut der deutsche Film schon lange nicht mehr.“ Dieser kurze Ausschnitt aus Klaus Lemkes eben verfasstem „Hamburger Manifest: Papas Staatskino ist tot“ (im Original dringlich, durchgängig in Großbuchstaben geschrieben) lässt ahnen, warum der deutsche Regisseur Klaus Lemke ein Außenseiter ist. Dabei kann man dem Kritiker und Filmemacher Rainer Knepperges nur recht geben, wenn er sagt, Lemke sei „der Größte seit Helmut Käutner und der Beste dieser Tage“ im deutschen Kino. Seit seinem legendären Langfilmdebüt „48 Stunden bis Acapulco“ (1967) ist Lemke zwar pausenlos tätig, aber seine billigen, mit Laiendarstellern realisierten Produktionen sind im Kino und in der Festivallandschaft kaum sichtbar. Von Christoph Huber
Ein Abend mit Klaus Lemke. „Wir bauen die schönsten Autos. Wir haben die schönsten Frauen. Aber unsere Filme sind wie Grabsteine. Brav. Banal. Begütigend. Goethe-Institut. Aber Film ist keine aussterbende Tierart. Film ist auch kein Intelligenzbeschleuniger. Film muss noch nicht einmal gut sein. Film muss nur wirken. Das tut der deutsche Film schon lange nicht mehr.“ Dieser kurze Ausschnitt aus Klaus Lemkes eben verfasstem „Hamburger Manifest: Papas Staatskino ist tot“ (im Original dringlich, durchgängig in Großbuchstaben geschrieben) lässt ahnen, warum der deutsche Regisseur Klaus Lemke ein Außenseiter ist. Dabei kann man dem Kritiker und Filmemacher Rainer Knepperges nur recht geben, wenn er sagt, Lemke sei „der Größte seit Helmut Käutner und der Beste dieser Tage“ im deutschen Kino. Seit seinem legendären Langfilmdebüt „48 Stunden bis Acapulco“ (1967) ist Lemke zwar pausenlos tätig, aber seine billigen, mit Laiendarstellern realisierten Produktionen sind im Kino und in der Festivallandschaft kaum sichtbar. Von Christoph Huber
(c) Viennale/ZDF/Klaus Lemke/Jerun Vahle
Vielleicht, weil sie all das sind, was man mit dem Filmschaffen seiner Heimat eher nicht assoziiert: frisch, sexy, energiegeladen, unprätentiös lyrisch und voller frechen Witzes, selbst wenn dieser einmal nicht gut ist. Schön also, dass die Viennale diesem einzig wahren Rebellen des deutschen Kinos einen Abend widmet, bei dem er seine neue Sexkomödie „Schmutziger Süden“ vorstellen, Ausschnitte aus 13 seiner Hauptwerke seit 1967 zeigen und ein wenig plaudern wird. Außerdem läuft sein semidokumentarisch-sehnsuchtsvoller Klassiker „Rocker“ (1974) über und mit Hamburger Motorradgangs. Dazu nochmals Knepperges: „Dieser grobe und zärtliche Film übt einen wilden Zauber aus. Sein Erzählstrang ist virtuos verschlungen wie ein Schifferknoten und löst sich genau so leicht. Zuweilen glaubt man zu begreifen, dass es gar nicht Lemke war, der die Rocker und den kleinen Hans-Jürgen Modschiedler inszeniert: Man ahnt, dass vielleicht Van Morrison ,Die Schatzinsel‘ oder die Rolling Stones das ,Dschungelbuch‘ verfilmten. Bei jedem Sehen aber spürt man, wie einzigartig, ja, isoliert Klaus Lemke dasteht, umgeben vom Geheimnis des Genies.“ Genau. Eigentlich müsste Lemke die große Retrospektive im Filmmuseum gewidmet sein, aber das ist ein guter Anfang.
Vielleicht, weil sie all das sind, was man mit dem Filmschaffen seiner Heimat eher nicht assoziiert: frisch, sexy, energiegeladen, unprätentiös lyrisch und voller frechen Witzes, selbst wenn dieser einmal nicht gut ist. Schön also, dass die Viennale diesem einzig wahren Rebellen des deutschen Kinos einen Abend widmet, bei dem er seine neue Sexkomödie „Schmutziger Süden“ vorstellen, Ausschnitte aus 13 seiner Hauptwerke seit 1967 zeigen und ein wenig plaudern wird. Außerdem läuft sein semidokumentarisch-sehnsuchtsvoller Klassiker „Rocker“ (1974) über und mit Hamburger Motorradgangs. Dazu nochmals Knepperges: „Dieser grobe und zärtliche Film übt einen wilden Zauber aus. Sein Erzählstrang ist virtuos verschlungen wie ein Schifferknoten und löst sich genau so leicht. Zuweilen glaubt man zu begreifen, dass es gar nicht Lemke war, der die Rocker und den kleinen Hans-Jürgen Modschiedler inszeniert: Man ahnt, dass vielleicht Van Morrison ,Die Schatzinsel‘ oder die Rolling Stones das ,Dschungelbuch‘ verfilmten. Bei jedem Sehen aber spürt man, wie einzigartig, ja, isoliert Klaus Lemke dasteht, umgeben vom Geheimnis des Genies.“ Genau. Eigentlich müsste Lemke die große Retrospektive im Filmmuseum gewidmet sein, aber das ist ein guter Anfang.
(c) Viennale/ZDF/TV-Union
Der japanische Komiker Matsumoto Hitoshi hat sich im absurden Regiedebüt „Dai-Nipponjin“ als armseliger Verteidiger Nippons gegen Riesenmonster inszeniert. Aber selbst das bereitet einen nur ungenügend auf den hinreißenden Wahnwitz seines zweiten Films vor: In „Symbol“ spielt er einen Mann von beschränkter Intelligenz, der in einem leeren Raum erwacht.
Der japanische Komiker Matsumoto Hitoshi hat sich im absurden Regiedebüt „Dai-Nipponjin“ als armseliger Verteidiger Nippons gegen Riesenmonster inszeniert. Aber selbst das bereitet einen nur ungenügend auf den hinreißenden Wahnwitz seines zweiten Films vor: In „Symbol“ spielt er einen Mann von beschränkter Intelligenz, der in einem leeren Raum erwacht.
(c) Viennale
Nur Penisse von Engelsputten sind an den Wänden: Drückt der Gefangene auf einen, passiert Unvorhergesehenes. Es geht auch noch um mexikanische Masken-Wrestler – und schließlich schlicht um alles. Aber je weniger man vorher über diesen überraschenden Film weiß, desto besser: Er handelt ja auch auf hochkomische Weise vom argen Weg der Erkenntnis.
Nur Penisse von Engelsputten sind an den Wänden: Drückt der Gefangene auf einen, passiert Unvorhergesehenes. Es geht auch noch um mexikanische Masken-Wrestler – und schließlich schlicht um alles. Aber je weniger man vorher über diesen überraschenden Film weiß, desto besser: Er handelt ja auch auf hochkomische Weise vom argen Weg der Erkenntnis.
(c) Viennale
Benito Mussolini legt seine Uhr auf den Tisch und sagt: „Ich fordere Gott heraus. Ich gebe ihm fünf Minuten, um mich niederzustrecken. Wenn mir bis dahin nichts geschieht, ist das der Beweis, dass Gott nicht existiert.“ Von dieser kühnen Eröffnungsszene an zeigt sich Italiens Regieveteran Marco Bellocchio in Höchstform bei seinem überwältigenden Melodram über Ida Dalser, Geliebte und angeblich erste Frau Mussolinis, vom Duce verleugnet und wie der gemeinsame Sohn in eine Anstalt gesperrt.
Benito Mussolini legt seine Uhr auf den Tisch und sagt: „Ich fordere Gott heraus. Ich gebe ihm fünf Minuten, um mich niederzustrecken. Wenn mir bis dahin nichts geschieht, ist das der Beweis, dass Gott nicht existiert.“ Von dieser kühnen Eröffnungsszene an zeigt sich Italiens Regieveteran Marco Bellocchio in Höchstform bei seinem überwältigenden Melodram über Ida Dalser, Geliebte und angeblich erste Frau Mussolinis, vom Duce verleugnet und wie der gemeinsame Sohn in eine Anstalt gesperrt.
(c) Viennale
Ein großer, opernhafter Frauenfilm, eine politische Analyse und ein Brecht'scher Essay über Bilderpolitik: Faschistische Selbstinszenierung, revolutionärer Sturm und Drang sowie das Kino und sein Einfluss spielen Schlüsselrollen in diesem Zentralwerk des jüngeren europäischen Kinos.
Ein großer, opernhafter Frauenfilm, eine politische Analyse und ein Brecht'scher Essay über Bilderpolitik: Faschistische Selbstinszenierung, revolutionärer Sturm und Drang sowie das Kino und sein Einfluss spielen Schlüsselrollen in diesem Zentralwerk des jüngeren europäischen Kinos.
(c) Viennale
Zur Einstimmung heißt es „Gebt dem Clown die Machete, das wird die Gegner erschrecken“ – woraufhin sich der Spaßmacher durch die spanischen Faschisten metzelt. Die groteske Geschichte seines ebenfalls zum Clown gewordenen Sohns wird dann zum Grand-Guignol-Spiegelbild der Franco-Ära: Mit seiner Allegorie ist dem spanischen Regisseur Álex de la Iglesia ein künstlerischer Quantensprung gelungen.
Zur Einstimmung heißt es „Gebt dem Clown die Machete, das wird die Gegner erschrecken“ – woraufhin sich der Spaßmacher durch die spanischen Faschisten metzelt. Die groteske Geschichte seines ebenfalls zum Clown gewordenen Sohns wird dann zum Grand-Guignol-Spiegelbild der Franco-Ära: Mit seiner Allegorie ist dem spanischen Regisseur Álex de la Iglesia ein künstlerischer Quantensprung gelungen.
(c) Viennale
Bislang inszenierte er selbst wie ein Spaßmacher, sein neuer Politschocker hat unerwarteterweise ein – blutig pulsierendes – Herz. Schon die Vorspannszene, eine Collage von Horror-Ikonen, ist ein Kunststück für sich. Danach schreiben sich beim eskalierenden Duell zwischen einem traurigen Clown und einem (sadistischen) lustigen Clown die Traumata einer Nation in verstümmelte Körper und entstellte Grimassen ein. Der Clown ist ja ein abgründiges Kino-Sujet: Wie schon der große Horror-Star Lon Chaney wusste, sind die Spaßmacher eigentlich unheimlich. Vielleicht ist Balada triste de trompeta der erste gute Clownfilm des Kinos, weil seine Duellisten Psychopathen sind – zutiefst tragische.
Bislang inszenierte er selbst wie ein Spaßmacher, sein neuer Politschocker hat unerwarteterweise ein – blutig pulsierendes – Herz. Schon die Vorspannszene, eine Collage von Horror-Ikonen, ist ein Kunststück für sich. Danach schreiben sich beim eskalierenden Duell zwischen einem traurigen Clown und einem (sadistischen) lustigen Clown die Traumata einer Nation in verstümmelte Körper und entstellte Grimassen ein. Der Clown ist ja ein abgründiges Kino-Sujet: Wie schon der große Horror-Star Lon Chaney wusste, sind die Spaßmacher eigentlich unheimlich. Vielleicht ist Balada triste de trompeta der erste gute Clownfilm des Kinos, weil seine Duellisten Psychopathen sind – zutiefst tragische.
(c) Viennale
In Zimmer 164 eines mexikanischen Motels sitzt ein – bis auf die hochbeweglichen Hände – in Schwarz verhüllter Mann und erzählt sein Leben: Bei der korrupten Polizei in Chihuahua wurde er rasch Mittelsmann der Drogenkartelle, dann deren Auftragsmörder, ein „Sicario“. Die Details seines Geschäfts – Entführung, Folter, methodisches Töten, je nach Anweisung blitzschnell oder quälend langsam – schildert er in einer inbrünstigen Beichte, die mit einem Kniefall und der Schilderung seiner Bekehrung zu Gott endet.
In Zimmer 164 eines mexikanischen Motels sitzt ein – bis auf die hochbeweglichen Hände – in Schwarz verhüllter Mann und erzählt sein Leben: Bei der korrupten Polizei in Chihuahua wurde er rasch Mittelsmann der Drogenkartelle, dann deren Auftragsmörder, ein „Sicario“. Die Details seines Geschäfts – Entführung, Folter, methodisches Töten, je nach Anweisung blitzschnell oder quälend langsam – schildert er in einer inbrünstigen Beichte, die mit einem Kniefall und der Schilderung seiner Bekehrung zu Gott endet.
(c) Viennale
Die so nüchterne wie intensive Studie eines surrealen Lebens in der Todeskommando-Welt als knappes Killer-Kammerspiel und, eigenartigerweise, eine Art Animationsfilm: Wie besessen zeichnet und schreibt der Sicario sein Geständnis mit. Einer der überragenden Dokumentarfilme 2010.
Die so nüchterne wie intensive Studie eines surrealen Lebens in der Todeskommando-Welt als knappes Killer-Kammerspiel und, eigenartigerweise, eine Art Animationsfilm: Wie besessen zeichnet und schreibt der Sicario sein Geständnis mit. Einer der überragenden Dokumentarfilme 2010.
(c) Viennale
Drei alte Spielfilme hat Direktor Hans Hurch in sein Hauptprogramm geschmuggelt, zwei davon zählen zu den Großtaten des Hollywoodkinos: In „The Rise and Fall of Legs Diamond“ zollte 1960 der vor allem für seine genialen minimalistischen Pokerface-Western mit Randolph Scott gefeierte Regisseur Budd Boetticher den klassischen Warner-Bros.-Gangsterfilmen der 1930er Tribut. Seine Biografie des Depressionszeit-Gangsters Jack „Legs“ Diamond („the man who couldn't be killed“) ist die Action-Saga eines absolut ruchlosen Aufstiegs, der sich doch als aufhaltsam erweist. Die surreal überkontrastierten Schwarz-Weiß-Bilder von Kamerakoryphäe Lucien Ballard tragen zum komischen Unterton bei.
Drei alte Spielfilme hat Direktor Hans Hurch in sein Hauptprogramm geschmuggelt, zwei davon zählen zu den Großtaten des Hollywoodkinos: In „The Rise and Fall of Legs Diamond“ zollte 1960 der vor allem für seine genialen minimalistischen Pokerface-Western mit Randolph Scott gefeierte Regisseur Budd Boetticher den klassischen Warner-Bros.-Gangsterfilmen der 1930er Tribut. Seine Biografie des Depressionszeit-Gangsters Jack „Legs“ Diamond („the man who couldn't be killed“) ist die Action-Saga eines absolut ruchlosen Aufstiegs, der sich doch als aufhaltsam erweist. Die surreal überkontrastierten Schwarz-Weiß-Bilder von Kamerakoryphäe Lucien Ballard tragen zum komischen Unterton bei.
(c) Viennale
Täuschend spätsommerlich und gemütlich ist dagegen der Tonfall in „The Sun Shines Bright“ (1953), einem Zeitenwende-Meisterwerk von Regiegott John Ford: Das Remake seines eigenen Klassikers „Judge Priest“ (1934) handelt von einem Bezirksrichter, der mit Humor die zahlreichen Händel in einer Kleinstadt in Kentucky zu schlichten versucht und mit Zivilcourage gegen Doppelmoral ankämpft – und wenn es ihn die Wiederwahl kosten sollte. Ein bewegendes Porträt von Gesellschaft und Integrität, damit ein Schlüsselfilm über die wahren Werte der Demokratie. Der dritte Klassiker ist eine restaurierte Rarität aus Spanien: „Contactos“ (1970), von Paulino Viota illegal während der Franco-Diktatur gedreht, war der erste Spielfilm über das Leben von militanten Franco-Gegnern, inszeniert in widerständig-reduziertem Stil.
Täuschend spätsommerlich und gemütlich ist dagegen der Tonfall in „The Sun Shines Bright“ (1953), einem Zeitenwende-Meisterwerk von Regiegott John Ford: Das Remake seines eigenen Klassikers „Judge Priest“ (1934) handelt von einem Bezirksrichter, der mit Humor die zahlreichen Händel in einer Kleinstadt in Kentucky zu schlichten versucht und mit Zivilcourage gegen Doppelmoral ankämpft – und wenn es ihn die Wiederwahl kosten sollte. Ein bewegendes Porträt von Gesellschaft und Integrität, damit ein Schlüsselfilm über die wahren Werte der Demokratie. Der dritte Klassiker ist eine restaurierte Rarität aus Spanien: „Contactos“ (1970), von Paulino Viota illegal während der Franco-Diktatur gedreht, war der erste Spielfilm über das Leben von militanten Franco-Gegnern, inszeniert in widerständig-reduziertem Stil.
(c) Viennale
Mit über 40 Beispielen ist der Kurzfilm heuer besonders stark bei der Viennale vertreten, darunter einigen Prachtstücken der Gattung. Etwa „Chef d'œuvre?“, Luc Moullets hinterfotziger Auseinandersetzung mit der mittlerweile inflationären Verwendung des Begriffs „Meisterwerk“, „O somma luce“, einem Dante-Naturgedicht von Jean-Marie Straub und Thom Andersens persönlicher, furios montierter Los-Angeles-Symphonie „Get Out of the Car“.
Mit über 40 Beispielen ist der Kurzfilm heuer besonders stark bei der Viennale vertreten, darunter einigen Prachtstücken der Gattung. Etwa „Chef d'œuvre?“, Luc Moullets hinterfotziger Auseinandersetzung mit der mittlerweile inflationären Verwendung des Begriffs „Meisterwerk“, „O somma luce“, einem Dante-Naturgedicht von Jean-Marie Straub und Thom Andersens persönlicher, furios montierter Los-Angeles-Symphonie „Get Out of the Car“.
(c) Viennale
Der unglaublichste Kurzfilm ist wohl „Tse“ (Out) des Isralis Roee Rosen: Was wie eine Bondage-Dokumentation beginnt, wird zum politisch brisanten Sado-Maso-Exorzismus und endet in einer Musiknummer mit singender Säge. Kurzfilme laufen praktisch täglich, das Programm mit „Tse“: 2. 11., 18.30 Uhr, Künstlerhaus und 3. 11., 13 Uhr, Stadtkino.
Der unglaublichste Kurzfilm ist wohl „Tse“ (Out) des Isralis Roee Rosen: Was wie eine Bondage-Dokumentation beginnt, wird zum politisch brisanten Sado-Maso-Exorzismus und endet in einer Musiknummer mit singender Säge. Kurzfilme laufen praktisch täglich, das Programm mit „Tse“: 2. 11., 18.30 Uhr, Künstlerhaus und 3. 11., 13 Uhr, Stadtkino.
(c) Viennale
Über 20 Jahre hat es bis zum Spielfilm-Comeback des großen Hollywood-Außenseiters Monte Hellman gedauert. Ein scheinbar verschachteltes, dabei aufs Allerwesentlichste reduziertes Werk übers Kino und, wie alle Hellman-Filme, eine Studie grenzenloser Einsamkeit. Bei der Arbeit an einem Film nach einem wahren Verbrechen verstrickt sich der Regisseur in Obsessionen: für seinen Stoff und für seine Femme-fatale-Hauptdarstellerin.
Über 20 Jahre hat es bis zum Spielfilm-Comeback des großen Hollywood-Außenseiters Monte Hellman gedauert. Ein scheinbar verschachteltes, dabei aufs Allerwesentlichste reduziertes Werk übers Kino und, wie alle Hellman-Filme, eine Studie grenzenloser Einsamkeit. Bei der Arbeit an einem Film nach einem wahren Verbrechen verstrickt sich der Regisseur in Obsessionen: für seinen Stoff und für seine Femme-fatale-Hauptdarstellerin.
(c) Viennale
Ein Meta-Thriller über die Spannung zwischen Leben und Kunst und eine Revision des Screwball-Klassikers „The Lady Eve“ als Blick in den Abgrund (der eigenen Seele). Das letzte Wort zum Kino als Illusionskunst, die einem alles gibt – und nichts.
Ein Meta-Thriller über die Spannung zwischen Leben und Kunst und eine Revision des Screwball-Klassikers „The Lady Eve“ als Blick in den Abgrund (der eigenen Seele). Das letzte Wort zum Kino als Illusionskunst, die einem alles gibt – und nichts.
(c) Viennale
Die Viennale-Tributes gelten heuer zwei herausragenden Figuren an entgegengesetzten Enden des Kinospektrums: dem subversiven US-Genrefilmgenie Larry Cohen (siehe das „Schaufenster“ vom 15. 10.), von dem übrigens alle Filme zu empfehlen sind, und dem auf Kunstkino spezialisierten, im Mai 2010 verstorbenen französischen Kameramann William Lubtchansky, dem wohl bedeutendsten Vertreter seiner Zunft in Europa.
Die Viennale-Tributes gelten heuer zwei herausragenden Figuren an entgegengesetzten Enden des Kinospektrums: dem subversiven US-Genrefilmgenie Larry Cohen (siehe das „Schaufenster“ vom 15. 10.), von dem übrigens alle Filme zu empfehlen sind, und dem auf Kunstkino spezialisierten, im Mai 2010 verstorbenen französischen Kameramann William Lubtchansky, dem wohl bedeutendsten Vertreter seiner Zunft in Europa.
(c) Viennale
In langjährigen Partnerschaften trug er mit präzis komponierten und ausgeleuchteten Bildern entscheidend zum Schaffen etwa Jacques Rivettes, Claude Lanzmanns und des Duos Danièle Huillet und Jean-Marie Straub bei, was die Viennale-Auswahl abbildet. Aber es gibt auch ein paar hübsche Raritäten wie den Krimi „Agent trouble“ (1987) des schwarzhumorigen Ikonoklasten Jean-Pierre Mocky. Außer am 24. 10., 31. 10. und 3. 11. mindestens ein Lubtchansky-Film täglich, verteilt über alle fünf Festivalkinos.
In langjährigen Partnerschaften trug er mit präzis komponierten und ausgeleuchteten Bildern entscheidend zum Schaffen etwa Jacques Rivettes, Claude Lanzmanns und des Duos Danièle Huillet und Jean-Marie Straub bei, was die Viennale-Auswahl abbildet. Aber es gibt auch ein paar hübsche Raritäten wie den Krimi „Agent trouble“ (1987) des schwarzhumorigen Ikonoklasten Jean-Pierre Mocky. Außer am 24. 10., 31. 10. und 3. 11. mindestens ein Lubtchansky-Film täglich, verteilt über alle fünf Festivalkinos.
(c) Viennale

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