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Analyse

Der verrückte Anleihemarkt in den USA

APA
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Eigentlich gilt der Markt für Treasuries als der entwickeltste der Welt. Die Bewegungen der vergangenen Monate ergeben aber wenig Sinn. Ein Erklärungsversuch.

New York. Man muss das nicht verstehen. Die Konjunktur in der größten Volkswirtschaft boomt, die Notenpresse der Zentralbank läuft auf Hochtouren, die Inflation hat sich bei einem Wert von fünf Prozent eingependelt. Und obwohl all diese Faktoren dem Lehrbuch zufolge über kurz oder lang steigende Zinsen bringen sollten, geht die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen seit Monaten zurück. „Wir stehen vor einem Rätsel“, räumt auch Peter Oppenheimer, der Chefstratege bei Goldman Sachs, ein.

Eigentlich sollten die hohen Inflationsraten Gift für Inhaber von Treasuries sein. Die Notenbank Fed verfolgt ebenso wie die Europäische Zentralbank eine Teuerung von etwa zwei Prozent. Zwar haben die Geldpolitiker ihr Ziel zuletzt etwas flexibler definiert, indem sie „vorübergehend“ eine höhere Inflation gelten lassen wollen. Im Schnitt erwartet die Wall Street jedoch auch 2024 noch eine Rate von mehr als drei Prozent. Das müsste Zinserhöhungen durch die Fed bringen, was im Gegenzug wiederum höhere Renditen und Kursverluste für Staatsanleihen bedeuten sollte.