Die Gespräche könnten bereits Mitte November in Wien starten. Gleichzeitig will die EU den Druck auf den Iran "aufrechterhalten". Italiens Außenminister fordert "Ergebnisse".
Im jahrelangen Atomstreit mit der internationalen Gemeinschaft ist der Iran wieder zu Verhandlungen bereit. Diese könnten Mitte November in Wien starten.
Die EU wird mit dem Iran Verhandlungen über das Atomprogramm Teherans starten, sollte die iranische Führung dem von der Hohen Beauftragten Catherine Ashton vorgeschlagenen Tagungsort zustimmen, hieß es dazu am Freitag aus Brüssel.
Herbst "gute Zeit für Verhandlungen"
Auch der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki meldete sich zu Wort: "Oktober oder November ist eine gute Zeit für die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen dem Iran und der 5+1-Gruppe", erklärte er am Freitag.
Ashton hatte am Vorabend im Namen der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates (China, Frankreich, Großbritannien, Russland, USA) sowie Deutschlands (5+1-Gruppe) dem iranischen Chefunterhändler Said Jalili Verhandlungen Mitte November in Wien vorgeschlagen.
"Wir wollen Ergebnisse"
Die 5+1-Gruppe hofft nun, dass die für November geplanten Verhandlungen nicht erneut daran scheitern, dass der Iran nicht über sein Nuklearprogramm, sondern lediglich allgemein über politische Zusammenarbeit reden will. "Wir wollen Ergebnisse. Wir wollen nicht um der Verhandlung willen verhandeln", sagte der italienische Außenminister Franco Frattini.
Auch Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle zeigte sich vorsichtig. "Es gibt Signale der Gesprächsbereitschaft seitens der iranischen Regierung", sagte Westerwelle in Brüssel nach einem "sehr ausführlichen" Gespräch mit Mottaki. Der 5+1-Gruppe gehe es nun um "substanzielle Gespräche", betonte er.
"Druck auf den Iran aufrechterhalten"
Ashton sagte: "Wir sind bereit, mit Gesprächen zu beginnen, aber wir wollen Verhandlungen haben, und wir wollen damit vorankommen. Der Westen sei nach wie vor der Auffassung, dass der Druck auf den Iran aufrechterhalten, zugleich aber der Dialog angestrebt werden müsse.
Ahmadinejad stellt Bedingungen
Doch auch der Iran hat Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Gespräche gestellt. Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad fordert, dass die Runde der Teilnehmerländer ausgeweitet werden soll. Zudem müssten die Beteiligten vorab erklären, ob sie gegenüber dem Iran freundschaftlich oder feindlich gesonnen sind und zum vermuteten Atomwaffenarsenal Israels Stellung beziehen.
Die Weltgemeinschaft verdächtigt den Iran, mit seinem Nuklearprogramm auch den Zweck zu verfolgen, die Fähigkeit zur Herstellung von Atomwaffen zu erwerben. Teheran bestreitet dies. Der UN-Sicherheitsrat hat mehrfach Sanktionen gegen den Iran beschlossen, um die Regierung zur Einhaltung der UN-Resolutionen und der Beschlüsse der Wiener Atomenergie-Agentur IAEA (IAEO) zu bewegen.
(Ag.)