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Zugausfälle

Lokführer-Streik: Ersatzfahrplan der Deutschen Bahn "weiterhin stabil"

imago images/Jürgen Ritter
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Die Deutsche Bahn will rund 30 Prozent der sonst üblichen Zugfahrten auf die Schiene bringen. Auch Verbindungen von und nach Österreich sind betroffen.

Der Notfahrplan der Deutschen Bahn während des Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) läuft laut Konzern "weiterhin stabil". "Im Fernverkehr kommen mehr Züge als noch im ersten GDL-Streik zum Einsatz", teilte die Deutsche Bahn Montagmittag mit. Anstatt der zuvor angekündigten 25 Prozent will das Unternehmen demnach rund 30 Prozent der sonst üblichen Zugfahrten auf die Schiene bringen. Betroffen sind auch Verbindungen von und nach Österreich.

Im deutschen Regional- und S-Bahnverkehr ändere sich indes nichts, hieß es weiter. Dort seien 40 Prozent der Züge unterwegs. "Hier schwankt jedoch die Anzahl der angebotenen Züge je nach Region stark." Die betroffenen Reisenden zeigten sich gut informiert. Viele hätten ihre Reise auf das Wochenende, vor allem den Sonntag vorgezogen. Vom Streik betroffene Tickets können noch bis 4. September flexibel genutzt werden. Seit Freitag seien rund 33.000 Anrufe bei der Streik-Rufnummer der Bahn eingegangen.

Streik von Montag bis Mittwoch

Von Montag bis Mittwochfrüh bestreikt die GDL den Personenverkehr bei der Deutschen Bahn. Ein Großteil der Züge fällt aus. Bereits seit Samstag haben GDL-Mitglieder im Güterverkehr die Arbeit niedergelegt. Ein Angebot vom Sonntag, in der die Bahn Verhandlungen über eine von der GDL geforderte Coronaprämie in Aussicht gestellt hatte, lehnte Gewerkschaftschef Claus Weselsky ab.

"Man muss doch wenigstens eine Zahl nennen", sagte er Montagfrüh im ZDF-"Morgenmagazin. "Ich schicke meine Leute auf die Züge, um anschließend festzustellen, dass das Angebot für eine Coronaprämie bei Eins ist? Das fällt aus." Die GDL fordert neben 3,2 Prozent mehr Geld unter anderem auch eine Coronaprämie in Höhe von 600 Euro. Weselsky betonte erneut, dass ein verbessertes Angebot der Deutschen Bahn Voraussetzung für weitere Verhandlungen sei.

Kritik an Gewerkschaft

Bahnsprecher Achim Stauß kritisierte Montagfrüh die Absage der Gewerkschaft. "Das zeigt, der GDL geht es um einen politischen Kampf und nicht um eine Lösung am Verhandlungstisch." Die GDL-Spitze richte Schaden an, "ohne Rücksicht auf die Fahrgäste, ohne Rücksicht auf den Großteil unserer Beschäftigten und ohne Rücksicht auf das Unternehmen DB. Das ist verantwortungslos."

Die Deutsche Bahn will bis zum Ende der Streikwelle erneut ein Grundangebot von rund einem Viertel der Fernzüge garantieren. Im Regional- und S-Bahnverkehr wird ein Fahraufkommen von etwa 40 Prozent der Bahnen erwartet. Der Notfahrplan sei in der Früh "stabil angelaufen", teilte der Konzern mit. "Trotz des verlässlichen Grundangebots kann die DB nicht garantieren, dass alle Reisenden wie gewünscht an ihr Ziel kommen", hieß es weiter. Wer könne, solle seine Reise auf die Zeit nach dem Streik verschieben. Bereits am Samstag hatte die GDL mit dem Streik im Güterverkehr begonnen.

Der Konzern geht davon aus, dass sich der Fernverkehr im Laufe des Mittwochs nach Streik-Ende wieder normalisieren wird. Es ist bereits die zweite Streikwelle im laufenden Tarifkonflikt zwischen der Bahn und der GDL. Vor rund zwei Wochen hat die Gewerkschaft bereits zwei Tage lang große Teile des Personenverkehrs lahmgelegt. Dieses Mal hatten die Reisenden allerdings länger Zeit, sich auf den Arbeitskampf einzustellen. GDL-Chef Weselsky hatte die Streikaktionen am Freitag angekündigt.

In dem Tarifstreit geht es unter anderem um mehr Geld für die Beschäftigten. Über die Höhe der künftigen Löhne und Gehälter sind sich beide Seiten einig: 3,2 Prozent mehr soll es geben. Aber über den Zeitpunkt der Auszahlung besteht Uneinigkeit. Offen sind außerdem Fragen zur Betriebspension, die Höhe einer möglichen Coronaprämie für die Beschäftigten sowie der Einflussbereich der GDL.

Betroffene Verbindungen in Österreich

Laut aktuellem Stand verkehren während des geplanten deutschen Bahnstreiks ICE-Züge über Passau nach Wien Hauptbahnhof in Österreich planmäßig. Bei den EC-Zügen Tauern/Ennstal über Salzburg kommt es voraussichtlich zu einem Ausfall im Bereich der Deutschen Bahn, eine Wende auf Gegenzug ist in Salzburg vorgesehen.

Folgende ÖBB-Nachtzugverbindungen können wegen des Bahnstreiks in Deutschland seit Sonntag nicht geführt werden:

Wien-Hamburg

Innsbruck-Amsterdam

Hildesheim-Hamburg

Zürich-Berlin

Zusätzlich entfallen ab heute, Montag, die Nachtzüge Salzburg-München und Köln West-Brüssel Midi. Bei der Verbindung Berlin-Wien gibt es nur einen Kurswagenteil aus Warschau. Ab Mittwoch werden die Nachtzüge laut ÖBB wieder regulär unterwegs sein.

Die ÖBB bitten die Fahrgäste, sich vor Fahrtantritt über ihre geplanten Verbindungen in Scotty, der ÖBB-App oder beim ÖBB-Kundenservice unter 05-1717 im Voraus zu informieren.

(APA)