Pizzicato

Tosca und Desirée

Opernliebhaber mögen beurteilen, wer im Fernduell zwischen Salzburg und Graz die Tosca stimmgewaltiger oder subtiler interpretiert hat: Anna Netrebko oder Kristīne Opolais.

Abseits der Bühne boten sie in den „Seitenblicken“ indes eine kleine Show, als die Austrorussin Grimassen schnitt und die Lettin von „artistischer Liebe“ zu Jonas Kaufmann, ihrem Cavaradossi, schwärmte – was der Tenor in einer „stillen Stunde“ zu klären versprach.

In Salzburg geriet nicht nur Harald Mahrer über „Donna Anna“ aus dem Häuschen. Karl-Heinz Grasser setzte sich eine elegante schwarze Maske auf, als würde er selbst den tragisch umflorten Helden in der Puccini-Oper im Verlies in der Engelsburg geben.

Der Dialog des Abends entspann sich aber zwischen den Treichls. Szenen einer Ehe: „Wer kann das Liebespaar besser spielen als ein Ehepaar?“, schmachtete Desirée Treichl-Stürgkh angesichts des Duos Netrebko-Eyvazov. Was Gespons Andreas erst nach Erläuterung „Desis“ kommentierte: „Ok, cool.“ Die Ex-Opernball-Lady warf ihm ein Hölzchen zu: „Wie Verliebte, Immer-Noch-Verliebte.“ Worauf er noch kühler replizierte: „Ja, am Anfang . . .“ Vermutlich hatte er den Kopf nicht bei heißen Liebesschwüren bei der Opernpremiere, sondern bei seinem Debüt dieser Tage als Präsident des Forum Alpbach in der Tiroler Bergwelt. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2021)


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