Wie die EU-Chefdiplomatin dem Iran nachläuft, ist fast schon peinlich.
Lady Ashton und ihre Sprecher müssen großen Drang verspüren, nach Monaten des Schattendaseins in Erscheinung zu treten. Anders ist kaum zu erklären, warum das Büro der EU-Außenbeauftragten hinausposaunt, dass im November in Wien Verhandlungen über Irans Atomprogramm stattfinden sollen, bevor Teheran die nette Einladung angenommen hat.
Wie ratlos die Welt den Iranern nachläuft, hätte Lady Ashton wirklich nicht noch durch die voreilige Bekanntgabe des Gesprächstermins unterstreichen müssen. Das ist nach unzähligen erfolglosen Rendezvous mit Teherans Betondiplomatie hinreichend dokumentiert. Irans Regierung ist (noch) nicht bereit, sich die Atombombe abverhandeln zu lassen. Wer trotzdem mit der Regierung spricht, verschwendet Zeit und schwächt die eigene Position.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.10.2010)