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Coronavirus

Wiener Impf-Infrastruktur bleibt vorerst unverändert

Das Impfzentrum im Austria Center wird weiter eine tragende Rolle spielen.
Das Impfzentrum im Austria Center wird weiter eine tragende Rolle spielen.(c) APA (Roland Schlager)
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Das Impfzentrum im Austria Center wird weiter eine tragende Rolle spielen. Bürgermeister Ludwig sucht im Zusammenhang mit der dritten Corona-Impfung eine enge Kooperation mit dem Gesundheitsministerium.

In Wien wird die Impf-Infrastruktur bis auf weiteres so belassen, wie sie ist. Das hat Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) im Interview mit der APA betont. So wird etwa das Impfzentrum im Austria Center (ACV) weiter eine tragende Rolle spielen - ergänzt von niederschwelligen Angeboten und die Immunisierung bei den Hausärzten. Aktuell wird die Durchführung der Auffrischungsimpfung vorbereitet.

Nötig sei dazu eine Abstimmung mit dem Bund, wie Ludwig betonte: "Das ist wichtig, dass wir den dritten Stich in enger Kooperation mit dem Gesundheitsministerium abwickeln." Vor allem bei älteren Personen sei die dritte Impfung (bzw. die zweite bei einer Erstimpfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson, Anm.) sehr bald nötig, denn die seien ja schon vor längerer Zeit geimpft worden, gab der Bürgermeister zu bedenken. Es werde dazu jedenfalls weiter Impfstraßen oder -boxen geben.

Ludwig gegen Impfpflicht

Man habe natürlich befristete Verträge, aber etwa Anlaufstellen wie jene im Austria Center würden längere Zeit noch bestehen bleiben, versprach er. Auch die Kooperation mit den niedergelassenen Ärzte funktioniere gut. Der Bürgermeister zeigte sich zuversichtlich, in den kommenden Wochen auch noch Menschen zur Impfung zu bewegen, die man bisher nicht erreicht habe.

Man habe zuletzt gute Erfolge erzielt, wenn man mit Einrichtungen, Firmen oder auch Religionsgemeinschaften zusammenarbeite, berichtete Ludwig. "Überall dort, wo es möglich ist, Menschen zu erreichen, werden wir präsent sein." Eine generelle Impfpflicht könne er sich aber nicht vorstellen. "Sie wäre wahrscheinlich auch sehr schwer zu exekutieren." Allerdings sei die Impfung etwa bei neu eintretenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Spitälern Voraussetzung.

In Sachen 1G-Regel - also etwa Zutritts-Privilegien nur für Geimpfte - zeigte sich Ludwig einmal mehr zurückhaltend. In Wien funktioniere das Testsystem gut. Die PCR-Untersuchung mittels der Aktion "Alles Gurgelt" werde auch bis auf weiteres kostenlos bleiben, versprach der Bürgermeister. Denn es gebe Menschen, die sich nicht impfen lassen. "Wenn sich die nun testen auch nicht lassen, verlieren wir den völligen Überblick, wie sich die Mutation verbreitet in der Bevölkerung." 1G sei für ihn "keine generelle Lösung".

Ziel sei jedenfalls, so viele Maßnahmen zu setzen, dass ein erneuter Lockdown verhindert werden könne. Alleine die wirtschaftlichen Folgen einer derartigen Maßnahme seien nämlich gravierend, warnte das Stadtoberhaupt. Kritik hatte Ludwig zuletzt einstecken müssen, weil trotz Coronakrise die Gebühren für Wasser und Müll im kommenden Jahr erhöht werden. Das dem Schritt zugrunde liegende Valorisierungsgesetz wird nicht ausgesetzt. Der Stadtchef verteidigte diese Maßnahmen. "Es ist ja keine Gebührenerhöhung, es ist eine Inflationsanpassung." Mit den Einnahmen würde die Infrastruktur weiter ausgebaut.

Ärztekammer fordert bundesweit kürzere Testgültigkeit

Wien hat am Dienstag die Gültigkeit der Tests verringert. Die Ärztekammer begrüßt diese Maßnahme. Ihr Präsident Thomas Szekeres sprach sich im Ö1 Morgenjournal für eine österreichweite derartige Regelung aus. "Wenn man jetzt bei einem negativen Test drei Tage lang Gültigkeit hat, dann ist das eine relativ lange Zeit, in der man sich anstecken kann und auch andere anstecken kann", begründetet Szekeres.

Auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hat die Bundesregierung aufgefordert, es Wien gleichzutun. Kärnten und die Steiermark ließen am Mittwoch wissen, auf eine bundeseinheitliche Regelung zu warten. In Kärnten gibt es derzeit keine Bestrebungen, die bisherigen Test-Vorgaben zu ändern.

(APA)