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Coronamaßnahmen

Coronapläne für die Schule: Impfen, testen, reinigen, warnen

Wie soll ein sicherer Schulstart angesichts steigender Infektionszahlen möglich sein?
Wie soll ein sicherer Schulstart angesichts steigender Infektionszahlen möglich sein?(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Die Regierung hat einen Vier-Punkte-Plan erarbeitet. Ein Präsenzbetrieb in den Schulen soll kontinuierlich stattfinden, betont Bildungsminister Faßmann.

Der Schulstart rückt näher. Doch wie soll er gestaltet werden? Diese Fragen versuchten Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) heute, Mittwoch, zu beantworten. Obgleich die Infektionen mit dem Coronavirus derzeit wieder häufiger werden, während die Zahl der Personen, die sich täglich dagegen impfen lassen, abnimmt, soll ein neuerlicher Lockdown tunlichst verhindert werden: „Ein Präsenzbetrieb soll kontinuierlich stattfinden“, betonte Faßmann. „Der Schichtbetrieb ist etwas, das keiner mehr will - am allerwenigsten die Schüler, Lehrer und Eltern“.

Die türkis-grüne Bundesregierung habe daher einen Vier-Punkte-Plan erarbeitet, der da lautet:

Impfen: „Wir verändern nicht den föderalen Aufbau des Landes“, betonte Faßmann und meinte damit: Impfen bleibe Ländersache und eine individuelle Entscheidung. Der Bund stelle die dafür nötigen Rahmenbedingungen. Konkret: Man schaffe Platz, um vor Schulen Impfbusse parken zu lassen und man informiere. Und: „Die Impfung wird im Ninjapass vermerkt“, um einen Überblick darüber zu haben, wer gegen das Virus immunisiert ist und wer nicht.

Testen: In den ersten drei Schulwochen werden alle Schüler und Lehrer unabhängig von ihrem Impfstatus dreimal wöchentlich getestet. Einer der drei Tests muss ein PCR-Test sein. Es handelt sich dabei nicht um „Gurgeltest“ sondern um „Spültests“. In dieser Phase sollen Schüler und Lehrer überdies Masken tragen - nur während des Unterrichts dürfen diese abgenommen werden. Was nach der Sicherheitsphase passiert, hängt vom Infektionsgeschehen ab: Hier könne es regionale Unterschiede geben. Fest stehe aber, so Faßmann: Es werde „risikoadjustiert“ vorgegangen. Konkret werden drei Risikostufen abhängig von einer „risikoadjustierten“ Sieben-Tage-Inzidenz in den Fokus genommen:

  • Stufe 1 (unter 100): Es handelt sich um ein geringes Risiko. Es besteht keine Testpflicht für Schüler. Sie können sich aber freiwillig testen lassen. Nicht geimpfte Lehrer müssen hingegen schon ein gültiges Testzertifikat vorweisen.

  • Stufe 2 (ab 100 bis 199): Es herrscht mittleres Risiko. Nicht geimpfte Schüler müssen drei Mal pro Woche zum Test (einer davon muss ein PCR-Test sein). Der Mund-Nasen-Schutz muss getragen werden - allerdings nur außerhalb des eigenen Klassenraums.

  • Stufe 3 (ab 200): Hier herrscht ein hohes Risiko. Weiterhin werden nicht geimpfte Schüler sowie Lehrer drei Mal pro Woche zum Test gebeten. Wobei die Schüler alle Tests (auch den PCR-Test) in der Schule machen können. Die Lehrer müssen sich außerhalb der Schule darum kümmern. Schüler bis zur achten Schulstufe müssen die Maske nur außerhalb der Klasse tragen. Für alle Oberstufenschüler gilt in dieser Risikostufe die Maskenpflicht auch während des Unterrichts.

Luftreinigen: Luftreiniger sollen in jenen Räumen, die für den Musikunterricht gedachte sind, angebracht werden, um die Zirkulation von Viren einzugrenzen. „Wir werden rund 4000 Geräte anschaffen und ab September beginnen, sie zu verteilen“, kündigte Faßmann an. Derzeit hätten sich für die Installation solcher Geräte weniger Schulen gemeldet als erwartet, räumte der Minister allerdings ein. Er hoffe, dass ihre Zahl noch steigt, man könne sich jedenfalls noch nachmelden.

Frühwarnsystem: Die Installation des Frühwarnsystems mithilfe der Abwasseranalyse sei bereits in vollem Gange, sagte Faßmann. Ab September könne man damit einen Überblick über das Infektionsgeschehen erwarten. In Summe sollen 116 Kläranlagen am Abwassermonitoring beteiligt sein, damit werde 75 Prozent der Schülerpopulation erfasst.  Überdies werden rund 300 Schulen unabhängig von der Risikolage alle Schüler mittels PCR-Tests testen, um das Infektionsgeschehen zu verfolgen und analysierbar zu machen - das ergibt an die 86.000 Schüler.

„Zeit ist gekommen, sich mit der Jugend zu solidarisieren“

„Die Zeit ist gekommen, um sich mit der Jugend zu solidarisieren“, hielt Gesundheitsminister Mückstein fest. Er appellierte an alle, die sich bis jetzt - „sei es, weil sie im Urlaub waren“ - noch nicht gegen das Coronavirus geimpft haben. Denn: Kinder hätten diese Möglichkeit nicht, da die Vakzine erst ab einem Alter von zwölf Jahren zugelassen sind.

Schulstart

Am 6. September beginnt die Schule in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland, in den übrigen Bundesländern am 13. September.