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Sport-Club

Steil und lang: Die schönste Sackgasse Kärntens

Von der Rosstratte überblickt man weite Teile Kärntens
Von der Rosstratte überblickt man weite Teile KärntensBenedikt Kommenda
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Die Villacher Alpenstraße ist für Rennradfahrer eine lohnenswerte Herausforderung.

Ein abgeklärter einheimischer Hobbyradler hatte mir die Strecke nicht übertrieben verlockend beschrieben. „Der Dobratsch ist im Sommer nicht mein Geschmack“, meinte er: „Bis knapp unter dem Gipfel eine in der Hochsaison relativ stark befahrene Asphaltstraße.“ Das ist zwar vollkommen richtig, und doch kann nur ein Mountainbiker so sprechen. Für das Rennrad ist die solcherart beschriebene „Villacher Alpenstraße“ hingegen eine fantastische und in jeder Beziehung erhebende Strecke – zumal dann, wenn man sie normalerweise nicht vor bzw. über der Haustüre hat.

Grafik: Petra Winkler

Das waren noch Zeiten, als Bodenversiegelung durch Straßen vorbehaltlos als Erfolg gefeiert wurde: Es war ein Sieg der Ingenieurskunst, der Sprengmeister und Bauarbeiter über die kalksteinerne Natur, als Bundespräsident Franz Jonas 1965 die 16,5 Kilometer lange Straße bis relativ knapp unter dem Gipfel eröffnete.

Die vielleicht schönste Sackgasse Kärntens steigt relativ konstant an, nur an ganz wenigen Stellen stärker als zehn Prozent. Das ist für die Muskeln gut; bloß der Kreislauf wünschte sich vielleicht ein paar Flachstücke mehr. Die Park- und Staunplätze vom Arenablick (kommt doch glatt gerade ein Skispringer mit dem Sessellift an, um sich mitten im Sommer über die abenteuerlich steile Schanze zu machen!) über den Stadt- und Seenblick (von Villach bis Wörthersee), den Schüttblick (auf das, was nach riesigen Bergstürzen übrig geblieben ist) oder den Dreiländerblick (Slowenien und Italien inklusive) bleiben für den – völlig unnötig – gehetzten Rennradler ungenutzt, bis er nach eindreiviertel Stunden am Ziel ist: der Parkplatz und Wendepunkt Rosstratte (1732m). Hier kann man die Aussicht auf die Seen im Norden und die Julischen Alpen im Süden entspannt genießen, dazwischen macht sich der Dobratsch (2167m) mit mehr als 400 weiteren Höhenmetern bis zum Gipfel breit.

Als ich zurück war, gratulierte mir mein Kärntner Tippgeber bzw. -nehmer doch, denn: „Der Dobratsch ist ja wirklich kein einfacher Bock.“

E-Mails an: benedikt.kommenda@diepresse.com