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Protestcamp gegen den Lobau-Tunnel startet mit Demo

A 23
Gegner des Lobau-Tunnels bezweifelen die nachhaltige Verkehrsentlastung der Südost-Tangente durch die geplante zusätzliche Donau-Querung unter dem Nationalpark. Die A 23 (auf dem Foto ohne Stau) wird von mehr als 180.000 Autos täglich befahren.(c) Clemens FABRY
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Fridays for Future, Jugendrat und Bürgerinitiativen starten die Proteste gegen die Pläne, mit der Lobau-Untertunnelung den Autobahn-Ring um Wien weiterzubauen. Etwa 400 nahmen an einer Demonstration teil.

In einer Wiese in der Anfangstraße in der Donaustadt haben sich am Freitag fast 400 (laut Veranstaltern, Anm.) vor allem Jüngere zu einer Protestaktion gegen die Lobau-Untertunnelung versammelt. Die Aktion wurde vom „Jugendrat" organisiert, einer Gruppe von Schüler*innen, die sich für Klimaschutz und soziale Themen einsetzen und die sich aufgrund einer Initiative von Fridays for Future gebildet hat.

Die Stadt Wien hat mit ersten Bauarbeiten für die so genannte „Stadtstraße“ vor kurzem begonnen und will diese hochrangige Zubringerstraße zur geplanten Autobahn-Umfahrung und zur Südost-Tangente (A 23) errichten. Argument der Stadtregierung: Der Zubringer sei nötig, um das Stadtviertel Seestadt in vollem Umfang entwickeln zu können.

Die Organisationen widersprichen dem und haben nun am Freitag den Startschuss für ein Protestcamp gegeben, das für eine Woche geplant (und genehmigt) ist - „mindestens eine Woche“, wie es in einer Aussendung vom Freitag heißt. Außer von Fridays for Future wird die Aktion vom Jugendrat, den Organisationen „System Change, not Climate Change“ und „Extinction Rebellion“ sowie zahlreiche Initiativen getragen. Sie alle eint die Ablehnung des umstrittenen Asinag-Projekts, das derzeit eingefroren ist. Auf Initiative des Umweltministeriums wird das gesamte Bauprogramm der Asfinag evaluiert und abgeklopft, inwieweit es mit der Klimapolitik vereinbar ist. Der Lobau-Tunnel ist das kontroversiellste Bauvorhaben.

Im Protestcamp sind in den nächsten Tagen Workshops und Aktionen geplant, die auch zum Ziel haben, die Organisationen stärker zu vernetzen. Die Demonstration nahm am späteren Nachmittag vor der U-Bahn-Station Hausfeldstraße ihren Ausgang und führte dann über die Spargelfeldstraße zum Protestcamp bei der Anfangstraße.

Eine Aktivistin des „Jugendrates“ meint in der gemeinsamen  Aussendung, dass die Bezeichnung für Wien als „Klimamusterstadt“ ein „schlechter Marketinggag“ sei, die SPÖ wird als „Betonpartei“ bezeichnet, zumal sie „noch immer“ an dem Bau der Stadtstraße und damit an „einem der teuersten und klimaschädlichsten Straßenbauprojekte der jüngeren Geschichte“ festhalte. Angekündigt wird „massiver Widerstand“, verbunden mit der Forderung nach einem sofortigen Baustopp, „denn die Klimakrise lässt uns keine Verhandlungsbasis“, heißt es.

Werner Schandl, Begründer und Sprecher der Initiative „Hirschstetten Retten“ meint: „Wir erwarten uns eine nachhaltige, in die Zukunft gerichtete Mobilitätspolitik, die den massiven Ausbau des öffentlichen Verkehrs in der Donaustadt und in Floridsdorf zugrunde hat. Im 21. Jahrhundert hat die Verkehrspolitik der 1970er Jahre, die auf den motorisierten Individualverkehr ausgelegt war, schon lange keine Berechtigung mehr.“

>> Asfinag-Video über den Bau des Lobau-Tunnels

>> Details zum Projekt

>> fridays for future

>> Hirschstetten retten