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Falthandy

Galaxy Z Flip 3: Der Nebendarsteller als wahrer Star

Das Z Flip 3 passt in jede Hosentascheund selbst in die kleinste Clutch.
Das Z Flip 3 passt in jede Hosentascheund selbst in die kleinste Clutch.
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Das Galaxy Z Fold 3 ist Samsungs Vorreiter in Sachen Falthandys. Dabei sollte das kleinere Modell, das Z Flip 3, mehr ins Rampenlicht gerückt werden.

Manchmal ist es einfach auch erst Liebe auf den zweiten Blick. Bei Produkttests ist das dann schwierig, weil meist die Zeit fehlt, sich dem Roboter, dem Lautsprecher oder dem Smartphone noch einmal unbefangen – zumindest versuchsweise – zu nähern. Umso besser, dass Geräte immer wieder einen Nachfolger bekommen. So auch das horizontal faltbare Smartphone von Samsung, das Z Flip, bei dem die Südkoreaner gleich mal zur Ziffer Drei übergesprungen sind. Nicht aus symbolischen oder abergläubischen Gründen, sondern einfach, um mit dem vertikalen größeren Bruder gleichzuziehen.

Das Z Flip 3 entführt uns trotz, aber auch gerade wegen seines Aussehens in die späten 1990er-Jahre zurück, als Klapphandys besonders cool waren. So schwungvoll auf- oder theatralisch zuklappen lässt sich das Falthandy aber nicht. Beide Hände sind schon notwendig, um das verbaute Scharnier von seiner Flexibilität zu überzeugen. Das mag ein Nachteil hinsichtlich des Show-Effekts sein, beweist aber wiederum die robuste und tadellose Bauweise. Auch hier lassen die Südkoreaner ihren Hang zur Perfektion an keiner Stelle vermissen.

APA/AFP/Samsung Electronics/HAND



Attraktiver Gegenspieler. Die Auswahl an faltbaren Smartphones ist noch relativ eingeschränkt. Eigentlich beackern hier nur die Südkoreaner wirklich konsequent das Feld. Und hier gibt es die Auswahl zwischen dem Z Fold 3 und dem vorliegenden Testmodell.

Fest steht: Das Z Fold 3 ist ein Arbeitstier, das Tablet, E-Reader und Smartphone in sich kombiniert. Das Flip hingegen ist wohl eher für jene, die ein leistungsfähiges Smartphone mit großem Display suchen, das aber trotzdem bequem in jede Hosentasche passt. Denn mit einer Bildschirmdiagonale von 6,7 Zoll (166 x 72,2 x 6,9 mm) rangiert es in der Größe mit den meisten Geräten. Zugegeben, das Format 22:9 ist doch recht ungewöhnlich, da Samsung die Bedienung am Touch-Display sowieso weitgehend nach unten verlegt hat.

Außerdem muss das Gerät nicht ständig aufgeklappt werden. Beim Frontdisplay wurde klug nachgebessert. Es ist mit 1,9 Zoll um 0,8 Zoll größer als sein Vorgänger und bietet die Möglichkeit, sich Widgets wie Musik, Wetter oder den Timer auf den Mini-Screen zu legen. Bei der Auswahl der Animationen sollte man aber sparsam sein, wenn einem die Akku-Kapazität wichtig ist. Die ist mit 3300 mAh knapp bemessen, was auch der Bauweise geschuldet ist. Noch gibt es keine faltbaren Batterien. Bis dahin wird man sich abfinden müssen, dass in den meisten Fällen der abendliche Weg zur Steckdose führt.

Bei der Kamera wählte Samsung den bewährten Weg und verbaute jene des Galaxy S21, mit ähnlich guter Qualität bei Tageslicht und Abstrichen bei Nachtaufnahmen.

(c) Barbara Steinbrenner/Die Presse
(c) Barbara Steinbrenner/Die Presse
(c) Barbara Steinbrenner/Die Presse



Nicht aus Zucker. Lobend erwähnt werden muss, dass beide Falthandys wasserdicht sind. Auch wenn jetzt keine Unterwasserexpeditionen geplant werden sollten, überlebt es unbeabsichtigte, nasse Ausflüge unbeschadet. Mit 1049 Euro ist das Handy deutlich günstiger als sein Vorgänger und rangiert preislich in der gleichen Kategorie wie andere Topmodelle.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.08.2021)