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Steuerpolitik

Malta will Niedrigsteuern für ausländische Firmen bald abschaffen

REUTERS
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Inselstaat will von der Geldwäsche-Liste der Financial Action Task Force gestrichen zu werden.  Steuer-Rückerstattungskriterien sollen
verschärft werden.

Die Erleichterungen, die das maltesische Steuersystem ausländischen Unternehmen gewährt, die sich auf Malta niederlassen, sollen bald abgeschafft werden. Dies ist der erste tiefgreifende Schritt, den die maltesische Regierung unternehmen will, um von der "grauen Liste" der Financial Action Task Force (FATF) mit Sitz in Paris gestrichen zu werden.

Die FATF hat Malta im Juni auf eine Beobachtungsliste für Finanzstraftaten gesetzt. Der maltesische Regierungschef Robert Abela hatte die Entscheidung als "ungerecht" bezeichnet.

Laut Quellen, die die "Times of Malta" zitiert, hat die Regierung in Valletta nun ein nationales Expertenteam mit der Ausarbeitung eines Plans zur Reform der Unternehmensbesteuerung beauftragt. Die Ermittlungsmöglichkeiten der Polizeieinheit für Finanzkriminalität sollen ausgedehnt werden.

Berichten zufolge wird sich die Reform vor allem auf die Praxis der Rückerstattung eines großen Teils der Unternehmenssteuern an ausländische Unternehmen mit Sitz in Malta konzentrieren. Der normale Steuersatz auf die Gewinne maltesischer Unternehmen beträgt 35 Prozent, doch wird ausländischen Unternehmen eine automatische Rückerstattung gewährt, die den effektiven Steuersatz auf fünf Prozent senkt. Laut dem Blatt sollen die Kriterien für den Erhalt der Rückerstattung verschärft und die Laufzeit der Steuerbegünstigung, die Hauptantriebskraft des maltesischen Wirtschaftsbooms der letzten zehn Jahre, auf ein Jahr verkürzt werden.

Um den Schaden zu minimieren, der durch die Aufnahme Maltas auf die graue Liste jener FATF-Länder entstanden ist, die ein Risiko für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung darstellen, hat die Regierung unter Robert Abela ein Abkommen unterzeichnet, das eine Reihe von Reformen vorsieht. Für Malta bedeutet die Aufnahme auf die graue Liste, dass das EU-Land verstärkt von der FATF überwacht wird und einen Maßnahmenplan vorlegen muss, wie es die Mängel im Rahmen der Finanzkriminalität beheben will.

(APA)