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Urschitz meint

Ein giftiger Mix für alle Vermögen

Die EZB-Zentrale in Frankfurt
Die EZB-Zentrale in FrankfurtREUTERS
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Schuldenorgien und Klimasteuern werden die Inflation hoch halten.

„Wir sorgen uns eher darum, dass die Inflationsrate auf mittlere Sicht zu niedrig ausfällt statt zu hoch“, sagte EZB-Direktorin Isabel Schnabel neulich in einem Interview. Klingt ein wenig weltentrückt in einer Zeit, in der die deutsche Inflationsrate zügig auf die vier Prozent zuläuft und auch die österreichische Teuerungsrate schon einen Dreier vorne hat.

Man muss das alles allerdings nicht übertrieben ernst nehmen: Die EZB ist mit ihren Inflationsprognosen in letzter Zeit praktisch immer daneben gelegen. Besser gesagt: der Realität immer hoffnungslos hinterhergehumpelt. Und zwar sowohl nach oben als auch nach unten.
Das hat einen einfachen Grund: Notenbank-Prognosen, sagt der deutsche Ökonom Gunther Schnabl, sind nicht einfach Vorhersagen für die Zukunft. Sie sind auch Markt-Kommunikation über die zu erwartende Zinspolitik. Eine niedrige Prognose heißt in der aktuellen Situation: „Niemand hat die Absicht, die Zinsen demnächst anzuheben.“ Derzeit stehen die Notenbanker übrigens bei 1,9 Prozent für dieses und 1,5 Prozent für das kommende Jahr. Scherz lass nach!
Wenden wir uns lieber der Realität zu und schauen uns die Mechanismen an, die für anhaltend hohe Teuerung sorgen werden: Da wären einmal die aus der Notenbank-Druckerpresse finanzierten staatlichen Schuldenorgien, an deren Verabschiedung in Europa niemand mehr denkt. Da wären weiters die kommenden „Klimasteuern“, die dafür sorgen werden, dass der Preisdruck nicht nachlässt. Da wäre dann noch der europaweit um sich greifende Populismus, der sich in immer abenteuerlichen Subventionierungen äußert. Der deutsche Wahlkampf gibt da ein anschauliches Beispiel.

Und da wäre eine EZB, die sich immer weiter von ihrem eigentlichen Mandat, der Inflationsbekämpfung, entfernt. Die kümmert sich jetzt ja auch noch um das Klima, um soziale Ungleichheit und um alle möglichen anderen Dinge. Und verliert dabei ein bisschen die Übersicht.
Eine höchst gefährliche Mischung, die da unsere Vermögen bedroht. Und niemand in Sicht, der das Steuer herumreißen könnte.

josef.urschitz@diepresse.com