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Zeitreise

Heute vor 100 Jahren: Thomas Mann in Wien bestohlen

Der deutsche Schriftsteller wurde Opfer eines Hoteldiebes.

Neue Freie Presse am 17. Januar, Abendblatt

Gestern abend wurde Thomas Mann, der zurzeit in Wien weilt, das Opfer eines Hoteldiebes. Der Dichter hatte mit seiner Gattin um halb 7 Uhr abends das Hotel verlassen. Als dann um halb 9 Uhr abends das Stubenmädchen ins Zimmer kam, fand sie das Zimmer in großer Unordnung.

Auf dem Bette zerstreut lagen Kleider, Wäsche und Toilettenartikel. Zwei lederne Taschen waren aufgeschnitten; ihr Inhalt lag auf dem Bette und auf dem Fußboden zerstreut. Auch zwei lederne Reisetaschen waren geöffnet. Was gestohlen worden ist, ließ sich noch nicht feststellen.

 

Österreichs Beamte kämpfen gegen den Achtstundentag

In einer Versammlung wurde zudem eine “Wiener Zulage” gefordert.

Neue Freie Presse am 16. Jänner 1922

In der Volkshalle des neuen Rathauses fand heute eine vom Vereine der Staatsbeamten Österreichs einberufene und für alle Verwaltungs- und Verkehrsbeamten des Bundes frei zugängliche Versammlung statt, die einen sehr stürmischen Verlauf nahm.

Nach kurzen, einleitenden Worten des Vorsitzenden Hauptmann Bittner erstattete Rechnungsdirektor Schidl sein Referat über die “Wiener Zulage” und gegen die Einführung der Dienstzeitverlängerung auf acht Stunden; beziehungsweise gegen die Zweiteilung des Dienstes.

Der Referent betonte, daß die gegenwärtige Teuerungswelle nur der Auftakt zu einer weiteren und noch viel größeren Teuerung sei. Die Verteuerung der Straßenbahn, des Gaslichtes, des elektrischen Stromes seien Verteuerungen, die durch spezielle Wiener Verhältnisse hervorgerufen seien und daher bei den Gehalten und Ruhegenüssen der Wiener Bundesbeamten unbedingt in Form einer Wiener Zulage ihren Ausdruck finden müßte.(...)Dazu stehe die Staatsbeamtenschaft vor einer Verlängerung der Arbeitszeit. (Rufe: Ausgeschlossen!) Vergleiche in diesem Belange mit der Arbeiterschaft weise die Staatsbeamtenschaft “entschiedenst” zurück. Der Achtstundentag bedeute für die Staatsbeamtenschaft den Kriegsfall, daher erhebe sie schon heute dagegen ihre warnende Stimme.
 

Ein Gespräch mit meiner Brieftasche

Es ist gar nicht so leicht, in seiner Brieftasche Ordnung zu halten.

Neue Freie Presse am 15. Januar 1922

Ein Junggeselle schreibt uns: In den ersten Wochen eines neuen Jahres macht man immer wieder den Versuch, ein ordentlicher Mensch zu sein. Und da es nicht so leicht ist, das durch die Konfusion dieser Zeit ziemlich drangierte Innere in Ordnung zu bringen, so will man sie wenigstens äußerlich herstellen: auf dem Schreibtisch, in den Laden, Ausgabenbüchern und Rechnungen und schließlich auch in der Brieftasche.