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Zeitreise

Heute vor 90 Jahren: Die Wiederkehr des Fensterguckers

Wie soll man heute ein Kaffeehaus führen?

Neue Freie Presse am 1. Dezember 1931

Dort, wo einst unternehmungslustige Leutnants, aber auch ältere Offiziere, sogar solche mit goldenen Kragen, hinter den mächtigen Fensterscheiben die Schnurrbärte zwirbelten und den weiblichen Teil des Korsos sachverständig, aber zumeist wohlwollend musterten, war längst ein gewaltiger Umsturz eingetreten. Eine Bank appellierte dort an die Unternehmungslust des Publikums. Diesen Wandel haben die Wiener an vielen Orten ihrer Stadt beobachten können. Aber gerade an der Ecke der Kärntnerstraße mit der Aussicht auf den Sacher und auf die Oper empfand man es stärker als irgendwo anders als ein Zeichen der Zeit und fragte sich unwillkürlich, ob die gewichtigen Herren an den Bankschaltern nicht gelegentlich durch ein leichtes Parfüm oder durch ein helles girrendes Lachen gestört würden, das von einem übermütigen Domino übriggeblieben war, der nach der Opernredoute mit seinem männlichen Begleiter in einer Kaffeehausnische Platz genommen hatte.