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Geschichte

Mexiko feiert seine Menschenfresser

Haben die spanischen Kolonialherren Mexiko zerstört, wie es Präsident Obrador anprangert? Oder von der Schreckensherrschaft der Azteken befreit? Die schräge Debatte verrät einiges über das Selbstverständnis beider Nationen.

Auf dem Yppenplatz in Ottakring feierte Wiens mexikanische Community Mitte August ein „aztekisches Fest“. Bunt, interkulturell, als Aufruf zum Frieden. Klingt nur harmlos und nett? Es war ein fernes Echo zu großen Veranstaltungen in Mexico City. Die Metropole steht auf den Trümmern der aztekischen Hauptstadt Tenochtítlan, die 1521 an die spanischen Eroberer fiel. Aus dem Gedenken an die Niederlage machte Präsident Andrés Manuel López Obrador (kurz: Amlo) die farbenfrohe Feier „500 Jahre indigener Widerstand“. Der Linkspopulist forderte dabei den spanischen König und den Papst auf, sich gefälligst für die kolonialen Schandtaten zu entschuldigen.