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Feuilleton

Seine Musik war Politik: Mikis Theodorakis gestorben

Mikis Theodorakis 2017.
Mikis Theodorakis 2017.imago images/Wassilis Aswestopou
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Keiner konnte den griechischen Freiheitsdrang so in Klänge fassen wie Mikis Theodorakis. Besonders seine Filmmusiken - etwa zu Alexis Sorbas (mit dem Sirtaki) - machten den Komponisten und Politiker  weltweit bekannt.

Musik ist politisch, wird immer behauptet. Musik kann aber keine Probleme lösen. Sie kann beispielsweise nicht Flüchtlingsströme verhindern, kann sie auch nicht menschenwürdig um- und weiterleiten. So würde man in Griechenland derzeit vielleicht dazu sagen. Und doch: Musik ist politisch, das werden die Griechen dieser Tage alle bekräftigen. Denn „Mikis“ ist tot. Mikis Theodorakis, der die Welt auf die politischen Verwerfungen, auf die Katastrophen in seiner Heimat aufmerksam machen konnte, indem er Musik schrieb.

Es war vielleicht nicht genau die Musik, die dieser Mann schreiben wollte. Aber er hatte keine Wahl. Mikis Theodorakis wurde während des Bürgerkriegs in seiner Heimat als Vorkämpfer der Linken interniert. Auch während der Militärdiktatur Ende der Sechzigerjahre scheuten die Machthaber nicht davor zurück, den längst international anerkannten Künstler gefangenzunehmen und foltern zu lassen.
Doch da war „Mikis“ längst ein Idol seiner Landsleute, ein weltweit berühmter Mann, der auf internationalen Druck auch freikam und im Pariser Exil auf die Errichtung einer Demokratie in Griechenland warten durfte.