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Kolumne

Kompliziert formuliert

Sprechblase
SprechblaseClemens Fabry
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Sprechblase Nr. 407. Warum „in Beziehung gehen“ derzeit gefragt ist.

Gehen, wird uns laufend erklärt, ist gesund. Also gehen wir. Wir gehen in Urlaub. Oder wir gehen in Konkurs. Wenn es uns zu heftig wird, gehen wir in Deckung (dabei sollten wir eher schnell gehen, sonst kann es kritisch bis lebensbedrohlich werden).
Und – Achtung, Sprechblase – „wir gehen in Beziehung“. Doch stärker mit den Mitarbeitenden in Beziehung zu gehen ist jedenfalls das, was Berater aktuell den Führungskräften ausrichten. Sie könnten auch sagen, redet mit den Mitarbeitenden, und bitte hört ihnen zu. Sie sagen lieber: Geht in Beziehung. (Bemerkenswert, dass eine Formulierung zugleich technisch kühl und esoterisch erscheinen kann.)
Nicht zu verwechseln ist in Beziehung gehen mit dem Zustand, wenn sich das Gegenüber in einer Beziehung gehen lässt. In diesem Fall ist es wahrscheinlich an der Zeit, zuerst in sich und danach in Würde zu gehen.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.

("Die Presse" Ausgabe von 4. September 2021)