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Einschätzung

Dunkelziffer könnte bei täglich 5000 Corona-Neuinfektionen liegen

Am 7. Mai seien laut Popper in Österreich halb so viele Menschen geimpft worden, wie im gesamten Monat August.

Simulationsexperte Nikolas Popper zeichnet im Interview mit dem Privatsender "Puls4" ein düsteres Bild in Sachen Corona. Er geht davon aus, dass die Dunkelziffer bei den täglichen Neuinfektionen sehr hoch ist - und sich täglich 4000 bis 5000 Österreicherinnen und Österreicher neu infizieren. Um das zu verhindern bzw. ändern, sei es für ihn „unabdinglich, dass in den nächsten Wochen eine Million Menschen geimpft werden", sagt Popper.

Sollte das gelingen, würden nur "relativ niedrige Maßnahmen" notwendig sein, um die Pandemie unter Kontrolle zu halten. Andernfalls müsse sich die Politik einen "Plan B" überlegen. Popper glaubt, dass rund 70 Prozent (ebenfalls Dunkelziffer) immunisiert, also geimpft oder genesen, sind. Aber da würden noch zehn bis 30 Prozent fehlen, um gut weiter zu kommen. "Der Impfmotor hat nicht nur gestottert, sondern er ist zum Erliegen gekommen", beschreibt Popper die Situation. Am 7. Mai seien in Österreich halb so viele Menschen geimpft worden, wie im gesamten Monat August.

„Impfen allein reicht nicht"

Die Situation sei besser als im vergangenen Jahr, weil es nun in Österreich mehr Geimpfte gebe. "Aber wir können nicht nichts tun." Impfen allein werde nicht mehr reichen, es müsse auch konsequent getestet werden. Und die Politik müsse entscheiden, wo Hygienemaßnahmen notwendig sind.

Der Schulbeginn in den kommenden Wochen im Osten und dann im Westen Österreichs werde einen Testeffekt mit sich bringen, prognostiziert Popper. Durch die vermehrten Testungen werden Fälle erkannt werden, "die wir bisher nicht gesehen haben".

(APA)