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Interview

Martin Kušej: „Die goldenen Zeiten sind längst vorbei“

Was schätzt Martin Kušej an Friedrich Schillers Dramen? „Sie haben geniale Plots.“
Die "Tendenz zur Hexenjagd" lässt ihm "das Blut gefrieren": Burgtheaterdirektor Martin Kušej.APA/HANS KLAUS TECHT
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Dritte Saison für Direktor Martin Kušej am Burgtheater: Über die Lernprozesse in der Pandemie, Manöver auf der Kapitänsbrücke und den Kärntner Mief.

Die Presse: Für die eben beginnende Saison listet das Burgtheater im Programmbuch an die 70 Inszenierungen auf. Bei jeder siebten in diesem Repertoire führen Sie Regie. Sehen Sie sich als Vorturner, ist es Hybris oder gibt es ökonomische Gründe dafür, dass der Chef so oft selbst kocht?

Martin Kušej: Das ist das Dilemma des regieführenden Intendanten, dass er aus Erfahrung weiß, wo angepackt werden muss – wenn beispielsweise rasch eine Spielplan-Position erdacht und erarbeitet werden muss, weil etwas kurzfristig abgesagt wurde. In zehn Jahren als Intendant in München und Wien habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich viel auch aus solchen Bedürfnissen des Theaters inszeniert habe. Im Grunde stehe ich aber lieber in der zweiten Reihe und ermögliche anderen Regisseurinnen und Regisseuren, ihre Inszenierungen unter den allerbesten Bedingungen zu machen.

Am Burgtheater gibt es nun zwei Schiller-Inszenierungen von Ihnen. Die eine hatte bei den Salzburger Festspielen bereits Premiere. Muss „Maria Stuart“ aus Hallein fürs Burgtheater adaptiert werden?