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Gastkommentar

Die Angst vor der Lohn-Preis-Spirale

Die stark steigenden Inflationsraten seien nur vorübergehend, beruhigen Notenbanker. Sie könnten sich irren.

Inflation? Aber wo! Jahrelang durfte sich die Bevölkerung von namhaften Experten anhören, dass es nur eine wirkliche Gefahr gäbe: sinkende Preise, also Deflation. In Erwartung immer weiter sinkender Preise wird nicht konsumiert, sondern gespart. Die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen sinkt, das Angebot der Unternehmen ist höher als die Nachfrage, wodurch die Preise weiter sinken. Die Unternehmen würden mit Lohnkürzungen und Personalabbau reagieren, womit die Nachfrage weiter geschwächt werde – und schon landen wir in einer üblen Deflationsspirale, aus der es kaum ein Entkommen gibt.

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Aber siehe da, das genaue Gegenteil ist eingetreten. Die Inflation feiert ein Comeback, sie gewinnt seit Wochen an Kraft. Im August sind die Lebenshaltungskosten in der Eurozone um drei Prozent gestiegen, bis Jahresende werden in Deutschland Inflationsraten von bis zu fünf Prozent erwartet. Ökonomen versuchen zu beruhigen: Die Preisschübe seien ein vorübergehendes Phänomen, schon im kommenden Jahr sei der Spuk vorbei. Dann, wenn sich die Energiepreise eingependelt und sich zahlreiche Lieferengpässe wieder aufgelöst haben. Das ist gut möglich.