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Morgenglosse

Neue Taliban-Regierung: Der Terrorist als Verteidigungsminister?

Ein Taliban posiert vor dem Hamid Karzai International Airport in Kabul.(c) REUTERS (STRINGER)
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Das neue Taliban-Kabinett könnte dem Westen einiges abverlangen.

Zumindest ihr Twitter-Passwort dürfte die afghanische Armee vor den Taliban verteidigt haben. Der letzte Eintrag auf dem Konto des „Ministry of Defense Afghanistan“ – einem mit einem blauen Hakerl von Twitter als echt verifizierten Account – ist vom 14. August 2021 und lautet: „17 Taliban Terroristen inklusive eines ihrer Kommandeure mit dem Namen Mullah Bahdur wurden vergangene Nacht bei Luftschlägen der Afghanischen Luftstreitkräfte im paschtunischen Bezirk Kot in der Provinz Faryab getötet.“ Am nächsten Tag übernahmen die Taliban dann Kabul.

Nun gibt es einen neuen Verteidigungsminister. Und der ist, wenn es nach dem alten geht, ein Terrorist. Er heißt Abdul Qayyum Zakir, auch bekannt als Abdullah Gulam Rasoul. Er ist Ende 40 und wurde 2001 als einer der Ersten ins umstrittene US-Gefängnis Guantanamo gebracht.

Zakir ist nicht der Einzige, der im Westen nicht unbedingt als klassischer Freiheitskämpfer durchgeht. Auch die bisher ernannten (Übergangs)-Minister der Taliban sind so gut wie alle Veteranen aus den Neunzigerjahren, den Jahren des Taliban-Terrors. Auf den stellvertretenden Chef der Taliban ist noch immer ein Kopfgeld von fünf bis zehn Millionen US-Dollar ausgeschrieben. Was, wenn er Minister wird?

Die neue afghanische Regierung, die in diesen Tagen präsentiert werden soll, wird nicht nur zeigen, wie und ob das Land regiert werden kann. Sie wird dem Westen auch einiges abverlangen, wenn er sie anerkennen und dadurch den Weg zu diplomatischen Beziehungen öffnen will.