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Covid-19

Forscher Klimek: Coronatests in Schulen wohl noch länger nötig

Die Impfung verhindere zwar in vielen Fällen, dass Infektionen nach Hause gebracht werden - sie liefere allerdings für die Schulen selbst einen geringeren Schutz, so Klimek, weil sie vielen jüngeren Schülerinnen und Schülern noch gar nicht zur Verfügung steht.
Die Impfung verhindere zwar in vielen Fällen, dass Infektionen nach Hause gebracht werden - sie liefere allerdings für die Schulen selbst einen geringeren Schutz, so Klimek, weil sie vielen jüngeren Schülerinnen und Schülern noch gar nicht zur Verfügung steht.(c) REUTERS (AXEL SCHMIDT)
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Neben dem Schulbeginn verschärfen etwa der saisonale Umschwung oder die Rückkehr aus dem Urlaub die aktuelle Corona-Situation. "Die Zeit geht uns aus", warnt der Komplexitätsforscher daher. Je früher gegengesteuert werde, "desto sanfter kann man noch für eine Kurskorrektur sorgen."

Komplexitätsforscher Peter Klimek rechnet damit, dass auch nach der dreiwöchigen Sicherheitsphase zum Schulstart Coronatests zum Schulalltag gehören und Masken womöglich in vielen Innenräumen wieder notwendig sein werden. Schon jetzt sei zudem klar, dass die Delta-Welle in zahlreichen Bereichen mit der 3G-Regel - getestet, genesen oder geimpft - nicht zu kontrollieren sei, sagte er im Ö1-"Morgenjournal".

Neben dem Schulstart - in der Ostregion schon diesen Montag - kämen weitere Komponenten hinzu, die die Coronalage verschärfen werden, so Klimek. Er führte den saisonalen Umschwung, die Rückkehr der Menschen an ihre Arbeitsplätze sowie aus Urlaubsländern an und meinte: "Die Zeit geht uns aus." Je früher gegengesteuert wird, "desto sanfter kann man noch für eine Kurskorrektur sorgen". Wenn man hingegen die Neuinfektionen "über Wochen hinweg noch weiter ansteigen lässt, muss man dann umso stärker gegensteuern", Eile sei daher geboten.

Der Schulbeginn sei auf jeden Fall eine herausfordernde Situation, einige Startvoraussetzungen aber anders als im vergangenen Jahr. Die Eingangsphase mit häufigen Coronatests sei sehr sinnvoll, denn im Schulbereich könnten immer wieder größere Cluster entstehen, vor allem ohne flankierende Schutzmaßnahmen wie eine gute Lüftung, eine Teststrategie sowie durch nicht geimpftes Lehrpersonal.

Klimek rechnet aber damit, dass Fälle aus Schulen diesmal "weniger in Infektionsfälle in den Haushalten übersetzt" werden, "weil da schon mehr Leute geimpft sind". Die Impfung ändere hier die Grundvoraussetzung, liefere allerdings für die Schulen selbst einen geringeren Schutz, weil sie vielen jüngeren Schülerinnen und Schülern noch gar nicht zur Verfügung steht.

Quarantäne und Betreuung als Herausforderung

Als Hauptproblem im Zusammenhang mit den Schulen sieht Klimek, dass positiven Fällen unter den Kindern Isolation- und Quarantänemaßnahmen folgen und Jüngere von den Eltern betreut und beaufsichtigt werden müssen. Das werde bei hohen Fallzahlen mehr und mehr Thema werden.

Generell müssten die wieder stark steigenden Neuinfektionen in Relation zu schweren Verläufen betrachtet werden, wobei sich seiner Meinung nach neue Fälle relativ rasch auch in die Spitalsaufnahmen übersetzen. Aktuell gehe man wieder auf die Zehn-Prozent-Auslastungsgrenze auf den Intensivstationen zu, was bedeute, dass die Spitäler teilweise bereits in jenen Modus switchen, wo sie intern Dienstpläne umstellen müssen und Covidpatienten nicht mehr im Normalbetrieb versorgen können. Zum Thema stagnierende Impfzahlen betonte Klimek, man müsse sich anschauen, welche Personengruppen sich aus welchen Motiven nicht impfen lassen wollen.

(APA)