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Tennis

Droht Langeweile auf dem Centre Court?

Einheitsbrei oder doch weiter Ekstase auf den Rängen: Was bringt die Tenniszukunft?
Einheitsbrei oder doch weiter Ekstase auf den Rängen: Was bringt die Tenniszukunft?Getty
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Startrainer Toni Nadal bangt um die Zukunft des Tennissports und prophezeit fantasielose Matches, sobald die „Big Three“ ihre Schläger endgültig an den Nagel hängen. Sind die Sorgen des Spaniers berechtigt?

Auf den ersten Blick hat Toni Nadal recht: Männertennis kann heutzutage wie eine monotone Angelegenheit wirken. Große Spieler, mächtige Aufschläge, krachende Vorhände. Auch einhändige Rückhandschläge donnern mittlerweile keinen Deut langsamer auf die Abgrenzungen der Centre Courts ein. In einer Kolumne für die spanische Zeitung „El País“ schrieb der 60-jährige Onkel, Macher und Ex-Trainer von Rafael Nadal: „Es scheint, als gäbe es nur noch eine Taktik: den Ball so früh und so hart wie möglich zu schlagen, brutal, aber nicht nur beim Aufschlag, vor allem beim Return.“ Er sieht eine Spezialisierung auf „teuflisch harte Schläge“ und hofft auf einen Wandel, „der unserem Sport die alte Vielfalt zurückgibt und ihn davor bewahrt, ein fantasieloses Spiel zu werden“.

Tatsächlich scheint jene Generation an Tennisprofis, die sich anschickt, die „Big Three“ (Federer, Nadal, Djoković) abzulösen, austauschbarer zu sein. Bisher hatten Weltranglistenerste doch stets diese eine besondere Fertigkeit, die das Spiel erweiterte und die sie vom Rest der Welt abgrenzte. Pete Sampras hatte sein geschmeidiges Serve and Volley, Andre Agassi war der Meister der Antizipation, Marat Safin das schlampige Genie. Roger Federer zeichnete die Eleganz aus, Rafael Nadal die Power und Novak Djoković die Koordination.