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Leitartikel

Der Zaubertrick des Olaf „Copperfield“ Scholz

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Der Höhenflug des SPD-Kanzlerkandidaten mit dem gekaperten Merkel-Bonus ist nur möglich, weil CDU-Chef Laschet so schwach und Deutschland in einer völlig charismafreien Zone gelandet ist.

Vom US-Wahlkampfstrategen Stanley Greenberg, der von Bill Clinton bis Alfred Gusenbauer eine Zeit lang so ziemlich alle Politiker links der Mitte beraten hat, stammt eine goldene Regel: Wenn Spitzenkandidaten schwächeln, soll man sie in ein Team stecken. „Put him in a team“, lautet der Ratschlag. Armin Laschet, der bisher farb- und glücklose CDU-Bewerber für das deutsche Kanzleramt, ist an einem solchen Tiefpunkt angelangt. Seine Union ist in Umfragen auf klägliche 20 Prozent abgestürzt und hinter die SPD zurückgefallen, die sich unter ihrer matt leuchtenden Lichtgestalt, Olaf Scholz, angesichts der zwergenhaften Konkurrenz wie Lazarus vom Scheintotenbett aufgerichtet hat.

In einer Verzweiflungsaktion drei Wochen vor der Bundestagswahl präsentierte Laschet deshalb ein achtköpfiges „Zukunftsteam“, das ihn huckepack nehmen und über die Ziellinie tragen soll. Das Manöver hat allerdings einen kleinen Haken: Außer dem früheren CDU-Fraktionschef Friedrich Merz, der ziemlich erfolgsbefreiten CSU-Kanzleramtsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, und vielleicht auch noch dem Terrorexperten Peter Neumann kennt man von der Achterbande niemanden so recht. Die Truppe wird Laschet nicht vom Fleck bringen.