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Jäger stürzen zu Boden, doch keiner ist schuld

Man dürfe vom Jagdpächter nicht verlangen, dass er seine zwanzig Hochstände im Revier jährlich von einem Sachverständigen genau kontrollieren lasse.
Man dürfe vom Jagdpächter nicht verlangen, dass er seine zwanzig Hochstände im Revier jährlich von einem Sachverständigen genau kontrollieren lasse.(c) imago/blickwinkel (imago stock&people)
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Die Fäulnis im Hochstand war nicht vorhersehbar.

Wien. Treffen sich zwei Jäger, beide verletzt. Der alte Wortwitz wurde in einem Fall tragische Realität. Schuld an dem Unglück war aber kein fehlgeleiteter Schuss, sondern ein Unglück im Hochstand. Dieser stürzte ein, als die beiden Jäger in ihm saßen. Und die Frage, wer daran schuld war, beschäftigte nun auch die Gerichte.

Denn die Sozialversicherung forderte vom Jagdpächter den Ersatz jener Kosten ein, den sie im Zusammenhang mit dem Unfall für die beiden verunglückten Jäger zu zahlen hatte. Schließlich war eine (von außen nicht sichtbare) Stockfäule schuld an dem Geschehenen. Der Jagdpächter wandte ein, dass man von ihm nicht mehr verlangen könne als eine Sicht- und „Rüttelkontrolle“ des Hochstands.

Tatsächlich wiesen alle Instanzen bis hin zum Obersten Gerichtshof (9 Ob 29/21m) die Klage ab. Man dürfe vom Jagdpächter nicht verlangen, dass er seine zwanzig Hochstände im Revier jährlich von einem Sachverständigen genau kontrollieren lasse. Schon deswegen nicht, weil man für eine definitive Beurteilung des Zustands den Hochstand zerlegen und zerstören müsste. (aich)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2021)