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Interview

Rüdiger Safranski: „Wir können unsere Werte nicht überall durchsetzen“

Erzählen, was große Denker gedacht haben: Das kann keiner so gut wie Rüdiger Safranski.
Erzählen, was große Denker gedacht haben: Das kann keiner so gut wie Rüdiger Safranski.Robert Brembeck / Visum / picturedesk
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Der Philosoph hat ein neues Buch geschrieben: „Einzeln sein“. „Die Presse“ sprach mit ihm über den Fanatismus „von Menschen, die nur in der Meute existieren können“, seine Leidenschaft für Filme und warum bei ihm so wenige Philosophinnen vorkommen.

Die Presse: Sie haben sich kritisch über die „Flüchtlingsflut“ geäußert. Haben Sie Ihre Meinung angesichts der Afghanistan-Krise geändert?

Rüdiger Safranski: Nein. Wir werden große Probleme bekommen. Afghanistan wird eine wichtige Lehre für uns sein. Militärischer Demokratie-Export funktioniert nicht. Der Westen wird begreifen müssen, dass er so nicht missionieren kann. Wir werden alle Hände voll zu tun haben, unsere Werte wenigstens zu verteidigen. Wir werden sie nicht überall auf der Welt durchsetzen können.

Aber soll man die Menschen in Afghanistan jetzt einfach im Stich lassen?

Natürlich nicht, vor allem die nicht, denen wir etwas versprochen haben. Darüber hinaus aber brauchen wir eine vernünftige Flüchtlingspolitik, die am gesellschaftlichen Zusammenhalt orientiert ist. Und das erfordert Begrenzung, vor allem für die, welche den westlichen Werten ablehnend gegenüberstehen und bei denen es deshalb kaum Aussicht auf Integration gibt.

Es wird nicht so leicht sein, die Integrationswilligen herauszufiltern. Daher gibt es eine Tendenz, die Zuwanderung zu beschränken. Wie stehen Sie dazu?